Weihnachtsfeier einer ganz besonderen Gemeinschaft in München, die sich “Böse Buben” nennen. Wie Pech und Schwefel halten sie zusammen, können sich auch streiten, dass es dem Teufel graust.
MÜNCHEN - Als „Bösen Buben“ versteht man in München einen verschworenen Geheim-Club einheimischer Geschäftsleute, ohne Mitgliedschaft, Beitrag und Präsidenten wie bei den organisierten Filsern. Man gehört dazu. Ehre und Omerta sind die verbindende Worte. Ohne langwierige Einladungs-Zeremonie trifft man sich in relativ kurzen Abständen. Alle sind trinkfest, schmerzfrei und besitzen die nötige Barschaft, um weißblauen Lifestyle der Oberliga zugenießen. Angefangen von Münchens Abschlepp-König Werner Eichenseher , bekannt durch seine wespenfarbenen , widerlichen PS-Krähne, über Manfred Happach („Media-Markt“), Porsche-Michi (bürgerlich: Michael Wehnert) , Geisterbahn-Edie (Wiesn-Schausteller Edmund Eckl ) und Ex-Ober-„Löwe“ Karl Auer, bis zu Weißwurst-König Wiggerl Wallner , Ticket-Angermeier und dem gelockten Sprüche-Goethe Mandi Kottmayr, genannt „Lord of Giesing. Zusammen mit Hotelier Stefan Grosse und dessen Restaurant-Partner Hans Jörg Bachmeier hatte der blaublutlose Urmünchner wieder die ganz besondere Weihnachtsfeier im von Eckart Witzigmann kontrollierten Feinschmecker-Epi-Zentrum „Blauer Bock“ arrangiert – nun schon zum vierten Mal. Mit belgischem „Duvel“-Bier begann der schnelle Cocktail.
Alle zückten ihr Portemonnaie, der pauschale Beitrag war mehr als gut bürgerlich, gemessen an den Leckereien. Es gab Rindertatar mit Rösti und Kaviar wie in guten alten Zeiten aus der großen Dose. Es war aber kein Beluga, sondern ein verblüffend gut schmeckendes Zucht-Produkt „Selection“ vom „Altonaer Caviar-Import-Haus“, das die schwarze „Brombeermarmelade“ von Zucht-Stören aus Italien beziehen. Dann wurde Kalbstafelspitz mit Röstkartoffeln aufgetischt und Käse von Maitre Fromager Günther Abt. Zwischen den Gängen wurden die neuesten Witze vorgetragen. Natürlich war es eine „Sausages“-Party, wie es im Neu-Bayerisch heißt, ein reines Herren-Essen. Dass so wieselfleissige Unternehmer wie Rudi Färber („Sedlmayr“), der immer mehr wie ein Gutsherr aussehende Putzi Holenia („Paulaner im Tal“), der Kitzbühler Joschi Lamm, Wiesnwirt Werner Hochreiter, Hans Günter Sattelegger ( Biergarten „Leutstetten“),Aluminium-Attila Egon Pöbbl und Rainer Alt von der Oberstaufener Testosteron-Oase „Köngilich bayrische Enzianhütte“ um die Mittagszeit so viel Freilauf hatten, war erstaunlich. Was sage ich, Mittagszeit – es dauerte sechs Stunden von 13 Uhr bis 19 Uhr abends. Dabei war auch der Schwabinger „Hofbräu“-Wirt Hugo Bachmair, dessen langjährige Liebe Aline sich in Wohlgefallen aufgelöst hat. Der Bruch entstand wohl durch die Turbulenzen einer Polizei-Aktion im Lokal. Da sie mehrere Restaurants in München betraf, liegt von der Staatsanwalt bisher noch kein Ergebnis vor. Ex-Motorrad-Rennfahrer Fritz Seeger , der so perlenweiße Zähne hat, dass die von Naddels Piano-Gebiss wie schwarzer Klavierlack erscheinen, erzählte von leichtem Gewitter daheim. Als Fritz neulich wieder zu spät zum Essen nach Hause kam, rief Sohn Patrick:“ Papa duck dich, der Schmorbraten kommt“. Er hat übrigens sein Auto-Geschäft veräußert, nachdem er feststellte, dass sich Reserve-Reifen besser verkaufen. Turnschuh-Tycoon Gerd Bittl fehlte in der rustikalen Runde. Er geisterte als Weihnachtsengel durch die Wohnstube 2, den „Augustinerkeller“. Ex-Stadtrat und Mathe-As an der Münchner Uni, Klaus Hirth (CSU), der auch zum Club gehört, blieb in seiner stabilen Labilität in der Osterrieder Chaussee verschollen.




