Wenn nicht graue Bedenkenträger und Amtsschimmel mit im Spiel gewesen wären, hätte es eine reibungslose Übergabe der florierenden Schaumwein-Oase “Sektkellerei Nymphenburg” geben können. So wird es noch längere Zeit trostlos aussehen.
MÜNCHEN - Prominente, die gern im weißblauen Herz der Landeshauptstadt München feiern, sind im Moment ihrer Tränke beraubt. Die Sektkorken werden so schnell nicht wieder knallen, wenn man die traurige Entwicklung der Schaumwein-Oase, der „Sektkellerei Nymphenburg“, auf dem Viktualienmarkt verfolgt. Vor rund zehn Jahren ist die Kellerei von „Schloss Wachenheim“ (Besitzer: Familie Reh, Aufsichtsrat Roland Kuffler) geschluckt worden.
Der unter Wiesnwirt Hanns-Werner Glöckle und seiner hübschen Tochter Stephanie einst so florierende Getränkegroßstand, in dem Jahrhundert-Koch Eckart Witzigmann, TV-Serien-Star Andreas Giebel („München “),die Bogenhausener Farah Fawcett, Sonnenbank-Queen Carola Fuchs, oder die 60er-sowie Bayern-Spieler gern die Gläser hoben, ist zu. Sie müssen ihren Durst wo anders löschen. Wie es aussieht, wird der triste Zustand länger andauern. Wenn der Amtsschimmel wiehert, kann es die ganz Saison kosten , von den Verlusten, die der Stadt bei Sekt und Bier (geschätzte 600 Hektoliter pro Jahr) entgehen, ganz zu schweigen. Die leere, zerrupfte Sekt-Hochburg ist optisch ein Desaster.
Der Wirte-Wechsel erfolgte leider nicht so geschmeidig, wie man sich das auf dem schönsten Markt Deutschlands gedacht hat, der hoffentlich so bleibt wie er ist und nicht in eine homogene Intensiv-Station umgestaltet wird, weil das EU-Recht in urmünchner Belange eingreifen will. Die neuen Gastronomen, Antje Augstpurger und ihr Cousin Florian Lechner, können nicht starten, weil keine Baugenehmigung vorliegt, obwohl seit mindestens acht Monaten bekannt war, dass nach tadellosen 10 Jahren der Vertrag von Glöckle „wegen Konzeptveränderung“ nicht verlängert wird. Die geheimnisvolle Regie des Markt-Paten der Stadt München, Rainer Hechinger , hat wohl nicht so geklappt. Nachdem der Glöckle-Abschuss publik wurde, war Hechinger synchron krank geworden und einige Wochen nicht mehr in seinem Amt. Inzwischen ist er aber wieder gesund und kann das von ihm angerichtete Scherbengericht persönlich in Augenschein nehmen. Dr. Wilhelm Seiler, Geschäftsführer des Sekt-Unternehmens, wollte gestern zu der unerklärlichen „Ladehemmung“ des beliebten „Hupferten-Wasser“-Treffs keine Aussage machen.
Sand ins Markt-Getriebe bringt auch Cornelius Mager von der Lokalbaukomission , der mit Behörden-Charme erklärte, dass die Vorbauten der Markt-Standl „nur geduldet“ seien und bei Veränderungen zurückgebaut werden müssen. Darunter fällt auch die Sekt-Hütte von „Nymphenburg“.
Die durch Vandalen abhanden gekommene Hand am Denkmal des Karl Valentin, das in einer Bronze-Klinik repariert wird, scheint ein schlechtes Omen ausgelöst zu haben.





Wir Stammgäste von Cafe Nymphenburg sind sehr traurig darüber, dass unsere “Kleine Kneipe” am Viktualienmarkt
geschlossen vor vier Wochen geschlossen wurde.
Hans Werner Glöckle und seine liebenswerten und hübschen
Bedienungen verwöhnten ihre Gäste und waren für jeden da,
sie bekannt waren oder nicht
Natürlich war die Luft manchmal sehr verraucht und als Nichtraucher blieb einen da schon mal die Luft weg, aber
das hat man gerne in kauf genommen, hauptsache war, man fand einen Platz. Insbesondere war das am den Samstagen ein großes Problem, da an diesem Tag der Gästeandrang besonders groß war und keine Reservierungen möglich waren.
Wir alle warten nun darauf, dass Hans Werner Glöckle eine neue Bleibe für uns finden wird, damit wir uns endlich wieder zu einen gemütlichen Bier, Wein oder Sekt treffen können.
Für die zuständigen Behörden ist das ganze Theater aber mehr als peinlich, aber das sind wir ja von den Herren im Rathaus gewöhnt, siehe Beispiel Schranne.
Hallo Freunde, ja es ist traurig, unser aller Stamm und Stammtisch ist dahin, wir treffen immer wieder Bekannte und Freunde, die fragen, was wird denn nun… keiner weiß eine Antwort und keiner weiß wohin, keine und noch so kleine “Kneipe” kann diesen Komplex aus Zufriedenheit, Gästewohlfühlprogramm und Geborgenheit bieten, übrigens es waren in kurzer Zeit nicht 300 sondern über 600 Unterschriften, die für den Erhalt dieser Institution gestimmt haben und noch heute wird auf eine gescheite Antwort aus dem Rathaus gewartet, bis heute leider vergebens, lieber Hanns-Werner, Dir und der Familie alles Gute und vielleicht bis bald, wir wünschen uns von Herzen ein baldiges Wiedersehen
Alles Liebe und Danke für die Gastfreundschaft Rosi und Ingo
Ich erinnerne mich noch sehr gut, als in den 90ern der Nyphenburg Sekt wirklich ein Sektzelt war. Damals gingen wir oft dort hin um in schöner Umgebung interessante Gespräche zu führen oder nur um zu schauen. Dann wurde es eine Bierkneipe und keiner von früher hat da je einen Schritt wieder rein getan.
Ich hoffe die neuen Betreiber versuchen es wieder geschmackvoller. Aber ich glaube das ist genauso unmöglich wie mann das Schwabing aus den 80gern wieder zum Künstlerviertel renaturieren könnte.
Rudi