WOODY ALLEN: WÜRSTL UND HERING ALS SPEZIAL-MENUE BEI KÄFER

Welt-Star in München mit Kind und Kegel. Im Gasteig stellt  sich der Regisseur als perfekter Klarienetten-Spieler.


MÜNCHEN  - In der langen Schlange vor der verlockenden Metzger-Theke bei Feinkost
Käfer in München wartete Samstag mittag im Einkaufstrubel geduldig ein
Mann, der wie Woody Allen aussah. Er stand so selbstverständlich da
wie alle anderen Stammkunden aus Bogenhausen, die sich fürs Wochenende
mit Delikatessen eindeckten, und fixierten nur nebenbei den
„Doppelgänger“ mit der so typischen Hornbrille.  Der kleine Herr in
Cordhosen, grauem Tweedsakko mit passender Schlägerkäppi  und offenen
Hemd war wirklich der große Woody, der Stadtneurotiker himself, der
sich als  erklärter „Käfer“-Fan  herausgestellt hat. In seinem New
Yorker Domizil besitzt er sogar „Käfer“-Geschirr.

Woody,  mit Frau,  Kind und Kegel gekommen, kaufte Würstl und Heringe und ließ die Auswahl nach oben is Restaurant bringen. “So was steht natürlich nicht auf der Speisekarte, aber für unsere Gäste tun wir alles”, sagte Michael Käfer, Chef der Leckerbissen-Oaase.

.  Kurz nach vier Uhr nachmittags ließ sich Woody ins Hotel „The Charles“ chauffieren. Es
standen eine großer Mercedes und ein  VW-Bus mit verdunkelten Scheiben
zur Verfügung. Woody nahm in der Limousine vorne neben dem Fahrer
Platz, ließ sich aber vor dem Einsteigen noch von meinen Fotografen
Reto Zimpel  porträtieren. Die Großfamilie nahm, wie auch immer, kreuz
und quer im Fond  des Benz  Platz. Der kleine Bus fuhr leer hinterher.

Am Abend spielte das  mehrfach stürmisch verheiratete Multi-Genie als
Gast-Star Klarinette auf der Bühne im Gasteig. „Ich werde sicher mal
ein guter  Musiker mit diesem Instrument werden“, beliebt er da immer
zu scherzen, der seit  ein paar Jahrzehnten Klarinette spielt und
Gastspiele bei großen Orchestern gibt. Seine  Klarinette besitzt er
mindestens so lang wie seine alte Schreibmaschine, auf der Woody noch
immer alle Texte tippt, aber in Bedrängnis kommt, wenn das Farbband
ausgeht. Einem Computer hat sich  der sich  sehr britisch gebende
Allen bisher noch nicht genähert.

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