Statt einem Hausherrn, wo der Gast auch mal sein Herz ausweinen kann, gibt es immer mehr Lokale, wo viele Chefs das Sagen haben.
MÜNCHEN – Stirbt das Münchner Wirte-Original aus – wie ein Richard Süßmeier,
ein später Weiß Ferdl, Willy Heide, der Asterix der Gilde, Gerd Käfer, der Party-Zauberer, Toni
Roiderer, der Fuchs oder Roland Kuffler, der Ober-Fuchs. In der neuen
Münchner Gastronomie-Generation sind jetzt mehr technokratische Teams am
Ruder. Gemeint sind die Newcomer der Szene-Lokale, nicht die Söhne der Münchner Groß-Gastronomen.
Zum Teil gibt es bei einigen Neueröffnungen so viele Mitbesitzer, dass
es einem schwindelig werden kann. Beim „Nektar“ sind es bis zu zehn
Chefs, beim „Pascha“ fünf, bei Kull und Co zwei, bei Baby und Heart
drei, bei Salt zwei, bei Cafe Beer acht und bei „La Baracca“ drei. So
vielfältig ging es noch nie in der Münchner Gastronomie zu. Das Risiko
bei dieser Geschäftsführung wird zwar geteilt, die Gewinne dürften
aber sehr schmal für jeden werden. Flops beim Start, wie beim “Künstlerhaus”, gab es bis her nie. Dort hat Guru Michi Kern schon dreimal das Konzept verändert.
Auch bei den Openings herrschen neue Sitten, man wird zur Eröffnung
gebeten, aber ganz selten eingeladen. Die Top-Prominenz bleibt
verschwunden. Eine richtige Einweihungsparty mit viel Glanz gab es
schon lange nicht mehr in München. Einmal sollte doch jeder Wirt die
Spendierhosen tragen. Das war früher gang und gebe.
In der “Alten Börse” bemüht sich das Trio Daniel Laurent, Niklas
Hofmann und Ayhan Durak mit dem „Heart“ eine elegante Bar auf den Weg
zu bringen, macht sich aber ein bißchen selbst Konkurrenz mit dem
„Baby“, seinem Club gleich nebenan. Das Nachtlokal, bei dem die Biermarke “Radeberger” größer ist als das Herz-Symbol am Eingang, ist schick geworden. Viele hübsche Girls waren da, zarte edle Geschöpfe wie wie die blonde Unternehmer-Tochter Valentina Knapp-Voith. Die Fleisch-Spießchen auf der Einweihungs-Party waren sehr übersichtlich. Nicht professionell: Alle Getränke gingen aus. So etwas ist Käfer bei den wildesten Parties noch nie passiert. Immerhin strahlte am ersten Abend
Sarah Herzsprung, ein Jungstar der deutschen Filmszene. Sie
verschenkte ihr hinreissendes Lächeln an der Bar, deren Decke total
verspiegelt. Raffinierte Einblicke sorgen für Spannung.





Ach Herr Graeter,
kritisieren ist ja so einfach, den Bezug zur Realität sollte man aber nicht verlieren. Insbesondere sollte man leise treten, wenn man selbst schon mal ein eher überschaubares “Imperium” so fulminant und folgenreich in den Sand gesetzt hat wie sie. Hach, stimmt, daran waren ja immer andere schuld.
Heutzutage kostet das Renovieren und Einrichten eines Gastronomiebetriebens nun mal so viel Geld, dass ein einzelner Gastronom das gar nicht alleine Schultern kann. Er bekommt ja noch nicht mal den nötigen Kredit bei der Bank.
Ich mag Ihre Kolumnen sehr, auch Ihr Buch habe ich verschlungen. Aber so einen Mist oben wie sollten Sie sich und Ihren lesern in Zukunft ersparen.
Vergeltsgott!
MM