Star-Regisseur muß vermehrt einen Promi-Malus hinnehmen. Jetzt meldet sich auch eine Schauspielerin negativ zu Wort, die vor 28 Jahren froh war, eine Rolle in “Piraten” zu kriegen und zeigte sich verliebt mit Roman in der Öffentlichkeit.
LOS ANGELES - Um die Vorteile eines Promi-Bonus wird so mancher beneidet .
Vermehrt bekommen aber Namhafte auch den Promi-Malus zu spüren.
Roman Polanski ist ein Opfer seiner Berühmtheit Der weltweite
Bekanntheitsstatus hat ihm in der zweiten Hälfte seines Lebens nur mehr
Nachteile eingebracht .
Seit seinem ersten Amerika-Aufenthalt vorüber drei Jahrzehnten verfolgt ihn ein eigenartiger Fluch. Nach einemgedealten Urteil wegen der Beziehung mit einem minderjährigen, in
Hollywood aber sehr bekannten Mädchen hatte er seine Strafe
abgebüßt. Härter als jedes Gefängnis waren es dann 45 Tage in einer
Gerichts-Psychiatrie in Los Angeles. Hinter Gittern wurde er von den
Insassen, als“ Kinderschänder“ in die Mangel genommen. Zu seiner
Flucht aus Amerika kam es, weil ein neuer Richter, der wohl gesehen
hat wie schnell man durch Polanski bekannt wird, ein weiteres
Strafverfahren forderte. In Polanskis Stardust aalen sich Anwälte,
Richter und Staatsanwälte, weil es die Karriere beschleunigt. Anders
ist die endlose Geschichte seiner Strafverfolgung bis in die Schweiz
nicht zu erklären.
Neuerdings kommen noch Nebengeräusche dazu, die Roman, der immer
noch in seinem Chalet in Gstaad mit elektronischer Fessel leben muss,
zum gegenwärtigen Zeitpunkt gar nicht braucht. Die englische
Schauspielerin Charlotte Lewis flog angeblich auf eigene Kosten nach
Los Angeles, um jetzt nach 28 Jahren bei Gericht anzugeben, dass
auch sie ein Opfer von Roman Polanski gewesen sei. Die heute 42jährige
Aktrice behauptet, dass sie 1982 von dem Regisseur in seinem Pariser
Appartement sexuell missbraucht wurde.
Roman hatte sie für seinen Film „Piraten“, bei dem man sich ohne hin
nur an den rabaukenartigen Filmstar Walter Matthau erinnert,
engagiert. Ich war bei den Dreharbeiten Anfang der 80er Jahre. Keinem
am Set fiel irgendwelche Dissonanz auf. Im Gegenteil. Eine fast
familiäre Harmonie pflegten der Regisseur und seine weibliche
Hauptdarstellerin, als ich beide zu einem Mittagessen in Cannes traf.
Mit Ausnahme von einem Film mit Eddie Murphy hat man nichts mehr von
Charlotte Lewis gehört.
Wenn sich nun alle Damen melden, die mit Roman Polanski schon mal
Bratkartoffeln gegessen haben, kann es heiter werden. Als er die
Verdi-Oper „Rigoletto“ am Münchner Nationaltheater inszenierte, hatte
der Regisseur der Meister-Filme „Tanz der Vampire“ und
„Rosemarie‘s Baby“ etliche Freundinnen. An „Mängelrügen“ von seinen
jungen Begleiterinnen ist bisher nichts bekannt geworden. Eher stolze
Töne, Roman privat zu kennen. Ich erinnere mich, dass es eine schöne
Zeit für Roman und Girls wie Nastassja Kinski und ihre Freundin Caline
Seiser gewesen ist. Caline heiratete später Musikus Konstantin Wecker.
Oder die niedliche Gesa Thoma mit der Prinz Eisenherz-Frisur, die
heute als Moderatorin bei einem Münchner Verkaufssender arbeitet und
damals mit anderen Freundinnen im Pulk öfters mal nach Paris flog.
Polanski hatte einen Pilotenschein und besaß eine Propellermaschine.




