Die unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten sieht man im Johanniscafe, wo es noch um es noch drei Uhr nachts Schinkennudeln und Kirschtorte gibt.
MÜNCHEN — Der Münchner Nachtschwärmer-Geheimtipp „Johannis-Cafe“ im Trend-Viertel
Haidhausen, wo der Musketier-Wirt Olaf auch noch um 3 Uhr früh
schmackhafte Schinken-Nudeln und Schwarzwälder Kirschtorte auftischt,
ist seit vielen Jahren einediskrete Tankstelle des Kultusministers
Ludwig Spaenle. Gerade war er wieder da.
Am liebsten steht Spaenle hemdsärmelig an der kleinen Bar mit ein
paar CSU-Kumpanen,
diesmal mit Ex-Stadtrat Dr. Klaus Hirth und einem Ex-Staatsanwalt,
und erzählt vom heißen Landtagsleben, in letzter Zeit immer mehr im
FJS-Stakkato und man denkt sogar für einen Moment Franz Josef Strauß
vor sich zu haben, den er sehr verehrt hat. „Hier kann man richtig
ausspannen. Ich komme oft nach Dienstreisen hierher“, sagt der
Minister, den anscheinend der Trubel in dem Lokal nichts ausmacht.
Sein Getränk am Tresen, gleich neben der Ausgabe : Pils und dazu
etwas klaren Treibstoff.
Ganz so cool übrigens, wie ich den „Johannis-Cafe“-Gastronomen früher
eingeschätzt habe, ist er nicht. Olaf erließ gerade einen internen
Oberweiten-Maulkorb fürs Personal. Die Zensur betraf die
schwarzhaarige Anita Eckberg, eine seiner charmanten Bedienungen, die
der Schöpfer mit einer natürlich freitragenden
Konstruktion bestückt hat, wie ihre dünnen Seidenblusen es unschwer
feststellen lassen. Die Service-Dame bedient jetzt mit “Triumph”"gezähmt
ihre Gäste.



