GOURMET-REPORT 3: ELIETTE VON KARAJANS KIR ROYAL IN SCHWABING


Diner zu zweit: Eliette von Karajan speiste mit Freundin Biggi Schuler-Voith (r.). Wirt Fabrizio Cereghini bringt sie zum Auto.


Dirigenten-Witwe  für einen Abend in München. Genuss pur: Croissants, die wie in Paris schmecken und Currywürste de Luxe – wo sind die Geheimtipps?


MÜNCHEN -  Da ich französisch frühstücke, gern Croissants in den Kaffe tunke, bin ich seit kurzem dem “Brioche Doree”-Standl im Hauptbahnhof verfallen. Dort gibt es die wahren Croissants wie in Paris, also keine Hörnchen, sondern dieses buttrige, leicht knautschige Gebäck, bei dem man sich hinter her die fettigen Finger abschlecken muss. Evi Müller, Tochter des Brot-Barons Hans Müller (früher “Müller-Brot”),der auch schon damit auffiel, weil er mit einer Pferdekutsche über die Autobahn jagte, überrascht mit diesem gastronomischen Kunststück.Sie will noch weitere “Brioche Doree”-Standl in ganz Deutschland eröffnen. Zum Marketing zählen hübsche Girls mit lustigen Schlumpfmützen, die betont freundlich richtiges Baguette verkaufen und nicht Weißbrot in Form von französischer Stangen-Ware. Keine große Frühstückerin vor dem Herrn ist Maestro-Witwe Eliette von Karajan. Sie war für einen Abend in Schwabing und dinierte mit Unternehmer-Ehefrau Biggi Schuler-Voith, die gute Kontakte zur italienischen Botschaft in Berlin hat, im Rossini, dem Kir-Royal-Pflaster schlechthin.

Gleich neben der „Schmalznudel am Viktualienmarkt floriert noch ein Frühstücks-Geheimtipp von mir. Das westentaschengroße Cafe „Schiffmacher“ betreibt Uwe Häusler , den die Cappuccino-Szene vom „Opern-Espresso“ her kennt. Leider gibt es den letzten Bäcker, der im” Cafe Reichshof” beim Bordeauxplatz bis Dezember 2009 noch original frische Brezn-Stangerl und Brezn, also keine aufgebackene Tiefkühlkost, buk, nicht mehr. Der Perfektionist war übrigens ein Seiteneinsteiger, ein gelernter Stahl-Ingenieur, der nur wegen der Mieterhöhung seiner Haidhausner Backstube das Handtuch warf. Früher bin ich ganz gern wie auch Filmproduzent Karel Dirka oder Ex-Bunte-Chefredakteur Lothar Strohbach in aller Herrgottsfrüh in das sonnengelbe Dachgarten-Restaurant des Hotel “Bayerischer Hof” gegangen, wo oft der Multi-”Oscar”-Preisträger Arthur Cohn seine Frühmorgens-Unterredungen mit dem wirklich opulenten Breakfast-Angebot verschönt. Nachdem die uniformierten Azubis mit hohen Absätzen und ganz kurzen Hauptsätzen recht hölzern den Eingang hüten und einmal einen Gast von mir, einen amerikanischen Filmschauspieler abwimmelten,  der nicht im Hotel wohnte, strich ich die Adresse.

Lässig frühstücken kann man bei Dallmayr in der Lukullus-Bar und den Gaumen gleich zu Tagesbeginn mit Austern verwöhnen, wie es sich gestern die attraktive Armani-Amazone Carmen Mayerhausen, mit Modehaus und Restaurant in den “Fünf Höfen”präsent, gut gehen ließ. Man kann im gleichen Haus eine Etage höher exklusiv und exzellent lunchen im 2-Sterne-Restaurant von Dallmayr, wo Pelzdesigner Albert Fröhlich beim ersten Besuch schwelgte: “Die beste Speise meines Lebens”. Ein bisschen Frühstück bei Tiffany’s ohne Juwelen ist für mich das Schmuckkästchen “Opern Espresso” in der Maximilianstraße, wo es mit Abstand den besten Cappuccino der Stadt gibt. Eine eigene, kleine Kaffee-Marke und Weihenstephaner Vollmilch, 3,5 Fett, machens möglich. Leider ist die hübsche blonde Gastronomin  Brigitte, eine studierte Zahnärztin, nur mehr selten da, weil sie sich in Wien verliebt hat und dort verheiratet ist. Die Resi-Stars schauen vorbei und Jazz-Konzert-Unternehmer Peter Wortmann fehlt keinen Tag, obwohl er nicht in der Nachbarschaft wohnt.

Wegen der Fisch- und Gänseleber-Köstlichkeiten muss man zu Karl Ederer , dem ehemaligen Fisch-Spezialist von Witzigmann, in sein Galerie-Restaurant mit Traum-Terrasse in den “Fünf Höfen” Da speisen Star-Advokat Dr. Peter Gauweiler und sein Kompagnon Prof. Dr. Wolf Rüdiger Bub, beide Spezial-Anwälte von Medien-Mogul Dr. Leo Kirch, oder auch Münchens Veggie-Prinz Torsten Blüher, in dessen Vegetarier-Restaurant „Prinz Myshkin“ ich auch was gefunden habe, das für mich nicht zu gesund ist. Sein hausgemachtes Eis, die hausgemachten Kuchen und der Anblick von 80 Prozent Damenüberschuss.  Für eine simple Bismarckhering-oder noch köstlicher eine Flußkrebssemmel (3.50 euro)mache ich mittags ohne zu zögern einen Umweg zu Fisch-Witte auf dem Viktualienmarkt oder im Juni bei „Moritz“, wo die Matjeshering-Saison heilig eingeläutet wird. In diesen kleinen Tränken treffe ich so manchen Conniseur der weißblauen Szene. Bei Witte ließ es sich gestern Wiesnbaron Hermann Haberl („Ochsenbraterei“) gut gehen. Den Gusto auf Tartar erfüllt mittags das „Bistro“ des Feinkost-Geschäfts „ Käfer“, aber auch der Sollner Hof in Solln, Lieblings-Restaurant der CSU, und Peter Pongratz’ grüabige Almhütte de Luxe, die nagelneue “Grünwalder Einkehr”, in der Ex-OB Erich Kiesl seinen 80. Geburtstag und Karl Heinz Rummenigge das runde Wiegenfest seiner Schwiegermutter feierte.

Für Zwischendurch ist neben dem “Salt” gleich neben der Abendzeitung die “Vinothek” im “Excelsior” am Hauptbahnhof eine lohnenswerter Futterplatz. Das Glas Champagner toppt die attraktive Kellnerin  Michaela Vogler mit ein paar Stangen Grissini, die sie geradezu zärtlich mit San Daniele-Schinken umwickelt, natürlich hauchdünn geschnitten, eine Delikatesse. Oder die Currywurst Royal mit Omas Kartoffelscheiben finde ich bei die Herd-Hero Alfons Schuhbeck in seinem “Orlando” , die sich wie warme Semmeln verkauft. Zu den namhaften Abnehmern zählen neben Anwälten, Boutique-Besitzern und ein paar BR-Serien-Stars, die aus Bescheidenheit nicht genannt werden wollen, Brillen-Industrieller Walter Eschenbach und der allwissende König-Ludwig-Chronometer-Hersteller Rudi Probst, der im Moment alle Hände voll zu tun hat. Er verschönt für einen Sammler einen alten Rolls Royce mit Millionen von Swarovski-Steinen. Die Limousine wird auf der Straße so glitzern, dass man kaum damit fahren kann. Stammgast Franz Beckenbauer, den Fonse bei internationalen Auswärtsspielen bekocht, sieht man nur in Schuhbecks anderen, feineren Restaurants am Platzl. Der Meisterkoch und Gewürze-Guru hat die heißen Quadratmeter der Stadtmitte in Besitz genommen wie Cäsar.

Kommentare (1) zu “GOURMET-REPORT 3: ELIETTE VON KARAJANS KIR ROYAL IN SCHWABING”

  1. Gourmetpapst sagt:

    Nicht zu vergessen die exzellenten Laugenstangerl in Haidhausen? Für solche Tipps gab es 2006 mal einen tollen Reiseführer, der von dem inzwischen gefeuerten Kommunikationsleiter der DB AG boykottiert wurde. NaJa, man hat halt auf HERTHA gesetzt, passend zum Bahn-Image ! :-)

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