FRANZ JOSEF STRAUSS-FREUND IM WÜRGEGRIFF DER TREUHAND

Der Münchner Stahlunternehmer und früherer Vertrauter der persischen Ex-Kaiserin Soraya muss nach zwanzig Jahren eine Vertragsstrafe in Höhe von 650 000 Euro bezahlen. Er hatte in Brandenburg ein Grundstück gekauft und wiederverkauft und



MÜNCHEN/BRANDENBURG   - Fast ums Leben gekommen wäre wegen Machenschaften der umstrittenen Berliner Abwicklungs-Anstalt „Treuhand“ ein alter Herr aus München,
der 75jährige Stahlunternehmer  Martin Glässel, Freund von Franz
Josef Strauß und Vertrauter der Ex-Kaiserin Soraya.  Er wurde Opfer
eines Skandals von  erheblichem  Ausmaß, der erst jetzt erst ans
Tageslicht kommt. Der alte FJS-Spezi ist im Würgegriff der “Treuhand”.
Der rüde Vorfall ist wieder mal ein Beispiel  wie der goldene Westen
vom Stasigrau des Ostens  ganz unmerkelich
vereinnahmt wird.

Die  Horror- Post aus Berlin nahm sich der konservative,
rechtschaffende  Geschäftsmann so zu Herzen, dass er  bewußtlos
zusammenbrach und  in lebensbedrohlichem Zustand  ins „Bogenhausener
Klinikum“ eingeliefert wurde.  Sechs Wochen  verbrachte er in höchst
kritischem Zustand  auf  der Intensivstation „U1“.  Dreimal stand es
auf Spitz und Knopf und  Chefarzt Dr. Markus Engel und seine
wirbelende Schwesterncrew hatten schon alle Hoffnung aufgegeben,
Glässel retten zu können. Das ärztliche Gutachten liegt  vor.

Wie durch ein Wunder überlebte der  durch den Psycho-Krieg der
„Treuhand“ angeschlagene  Patient.  Was war vorausgegangen bei dem Mann
mit dem kleinen Schnauzer und listigen Spruch auf der Lippe, der
früher zur  elitären Humplmayr-Clique zählte  und noch nie jemandem
was schuldig war? Glässels Villa in Sendling war das Nachbarhaus von
Bayerns legendären Landesvater Strauß. Der großzügige Martin, der auch
einen Münchner Turnerbund sponsert und zweimal im Jahr eine ganze Sau
bei der Party spendiert,  gehörte zur FJS-Familie und fehlte auf
keiner Party. Wenn Soraya in München war, führte er sie als perfekter
Gentleman aus. Die Kaiserin schob öfter mal verstohlen ihren noch gefüllten
Teller  zu ihm rüber  und bat ihn das Gericht aufzuessen, um den Koch
nicht zu beleidigen. Die Ex-Kaiserin feierte auch den 80. Geburtstag
ihres Vaters, Fürst  Khalil Esfandiary,   iin Glässels Haus, wo auch
Julia von Siemens und die beiden Generalkonsule Herbert G. Styler  und
Dimitri Z. Pappas zum Gratulieren erschienen. Zwei Tage vor ihrem Tod
telefonierte Glässel noch mit ihr und arrangierte einen Termin im
Großklinkium Großhadern. ” Soraya befand sich schon auf dem Weg nach
München. Sie war in Marbella falsch behandelt und medizinisch
vergiftet worden Sie konnte leider nicht mehr gerettet werden”, Multimillionär Martin Glässel wurde in Brandenburg, wie es laut  Fach-Magazin „Das Grundeigentum“ auch  rund 100 anderen
Investoren ergangen ist,  gnadenlos enteignet und mit einer  650
000-Euro-Vertrags-Strafe wegen Nichtschaffung von Arbeitsplätzen überzogen. Das
„Ordnungsgeld“ sicherte sich die Behörde gerade  durch
Zwangseintragungen nicht auf Wohnblocks, die er in Berlin
besitzt, sondern auf Parade-Grundstücke von Glässel in  München. “Die müssen einen guten Kontakt zum Datenschutz haben. Sie wussten sofort alle Details meiner Immobilien”, sagte Martin Glässel. Im Grundbuchamt hat sie bereits zugeschlagen.  „Das Ganze ist
ungeheuerlich wie im Osten mit den Menschen umgesprungen wird. Wir
werden alle juristischen Hebel einsetzen und die merkwürdig ergangenen
Urteile anfechten“, sagte der Münchner  Anwalt  Lutz
Libbertz.

Die dubiose Odysee begann vor zwanzig Jahren. Man versprach „Blühende
Landschaften“, die sich aber als „Blühende Fantasie“ herausstellten.
Der Stahlunternehmer aus Giesing und Haus-Nachbar von Strauß in
Sendling, erwarb von der Treuhand-Anstalt, vertreten durch Hans Georg
Müller und Klaus Sobieray vom ehemaligen volkseigenen Betrieb
„Kabelaufbereitung Liebenwalde“,  für 180 000 Mark  ein brachliegendes
Grundstück in Ruhlsdorf, um ein Unternehmen zu errichten. Man machte
ihm zur Auflage neue Jobs zu schaffen. Zwölf bis 1993, weitere 13 bis
1994. „Natürlich hätte ich Arbeitsplätze geschaffen. Das ist doch ganz
selbstverständlich. Ohne Leute kann man doch keinen Betrieb führen“,
sagte Glässel, inzwischen
in einem Krankenbett in der Reha-Klinik Wartenberg, in der Nähe von
Moosburg. „Ich hatte mich zu schnell entschlossen, dort mit einer
Firma Fuß zu fassen. Außerdem wurde ich krank und war nicht im Stande,
zwischen München und Brandenburg zu pendeln. Noch ehe ich angefangen hatte,
verkaufte ich das Grundstück wieder. Das heißt, ich wollte es und da
nahm das merkwürdige Verhängnis seinen Lauf. Ich kann doch nicht
gezwungen werden, dort  Arbeitsplätze zu schaffen, wenn ich keinen
Betrieb starte“, erklärte der Unternehmer. Die „Treuhand“ blockierte
willkürlich den Verkauf des  Ruhlsdorfer Glässel-Grundstücks an einen
Schreiner. Sie gab keine Zustimmung  für den Verkauf und ließ  das
Grundstück  versteigern, wobei ein weit geringerer Betrag erzielt
wurde. Glässel: „ Wie dieser Eingriff möglich war, wissen die
östlichen Götter. Ich wurde praktisch enteignet. Ich sah keinen
Pfennig mehr. Erst  durfte ich das Grundstück  bezahlen und fand auch
schnell einen neuen Käufer, der bereit war, es mir für 180 000 Mark
abzukaufen.“ Die Treuhand brummte Glässel zudem  per Gericht  eine
sittenwidrige Vertragsstrafe auf, für 25 nicht geschaffener Arbeitsplätze pro Kopf die preiswerte Summe in Höhe  von
25000 Mark zu blechen. Dass man dies nicht unbedingt freiwillig tut,
ist nachvollziehbar.
Inzwischen stieg das Strafgeld auf über 650 000 Euro an. Die „Treuhand“
operiert  geschickt mit einem nicht zu überschauenden Firmengeflecht
mit Liquidationen, tückischen Verträgen mit Kleingedrucktem  sowie
Abtretungen an andere neu gegründete Firmen.„Die Bundesanstalt für
vereinigungsbedingte Sonderaufgaben“ , mit Dieter
Freund an der Spitze , hat  beispielsweise den Fall Glässel und rund
200 andere „Patienten“ an die „BSV Verwaltungsgesellschft „ mit Chef
Ralf Janus abgetreten. Erst BvS, jetzt BSV, allein die Buchstaben
erinnern an  flotte Seilschaft. Martin Glässel  ist unter der Nr. 122
vermerkt (LG Berlin, 9 O614/98, Urteil vom 18.10.2000: 1 225 000 Mark;
KfB vom 18.2 2000: 25972,71 Mark; KfB vom 14.8.2000:10790,90 Mark, und
unter 9 O 628/00 KfB vom 11.10.2002: 8474,84 Euro).
Die reichlich besoldeten „Treuhand“-Beamten inklusive Vollstrecker
Dieter Freund, verschanzten sich bei  der Recherche der AZ  kaltblütig
hinter ihren juristischen Erfolgen. . „Wir haben  rechtskräftige
Titel“, sagte Freund.  Involviert war auch Bundestagsabgeortneter  Dr.
Peter Danckert, der sich trotz mehrfacher
Anfragen nicht sprechen ließ. War er auf der Seite des vermögenden
Unternehmers oder  mehr auf der  der geschmeidigen „Treuhand“-Anstalt.
Diese „vereinigungsbedingte Sonderaufgabe“  Martin Glässel ist wirklich
eine. Sie muss edel gelöst werden und nicht mit radikalen
Zwangsmaßnahmen. Das war gestern.

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