ERICH KIESL MUNTER WIE EIN WIESEL

Der Münchner Ex-OB feierte seinen 80. Geburtstag im Kreise seiner Großfamilie und ein paar Spezln( von früher) im neuen Restaurant von Peter Pongratz “Grünwalder Einkehr”.


MÜNCHEN -  Kiesl war munter wie ein Wiesel.Mit offenen Armen  lief das Geburtstagskind auf mich zu und meinte beim freundschaftlichen Ansichdrücken:. „Mei, is des net, daß Du
vorbei gschaugt hast“. Politiker  Erich Kiesl, der von 1978 bis 1984
auf dem Münchner Rathaus-Thron saß, und noch heute von der Verwaltung
als der entscheidungsstärkste Oberbürgermeister gelobt wird, gab sich
quietschfidel an seinem 80. Geburtstag, den er in Peter Pongratz‘
urgemütlicher „Grünwalder Einkehr“ feierte.

Das Fest  im ersten Stock des holzgetäfelten, ganz neu herausgeputzten
Restaurants  entpuppte sich als reinrassige Familienfeier. Wer die
Ausmaße des Kiesl-Clans kennt, weiß, dass  Propeller-Erich eigentlich
keine Freunde braucht, um Wirtshaussäle zu füllen.  60 Gäste , alles
eigene Leute, versammelten sich auf der Beletage, wo  ein rührenden
Bild entstand: Insgesamt 16  zum Teil sehr lebhafte Enkelkinder
scharte der Ex-OB um sich.

Neben dem eigenen harten Kern, Ehefrau
Edigna oder wie zum Beispiel die charmante Tochter Dr. Edigna Turi,
oder Kiesl-Sohn Beni, der die entzückende Geburtstagsrede hielt,  die
Schwiegerfamilien ( die Fiedlers, Thalers, Turis, Engelhardts und
Stewens),  und die Verwandten ( die Hilpoltsteiners, Stuhlbergers,
Kreutzers, Kiesls,  Hörterers, von Wehners, Lindemanns und Lohrs), die
man sich bekanntlich nicht aussuchen kann. Als einzige „Fremdkörper“
waren Arzt und Politiker Dr. Thomas Zimmermann, Modefabrikant Franz
Haushofer mit Lebensgefährtin Karin, Kiesls Hausarzt Dr. Olf Hämel
und „Daimler“-Stratege Karl Dersch dabei, der im Sport-Look eines
englischen Golfspielers  unter den schwarz gedressten Herren so
auffiel wie ein Biberl im Stall weißer Hennen. Dersch, früher mal mit
Zimmermann die investigativen Steuermänner beim Kiesl-Wahlkampf,  war
geradewegs aus  Zermatt  gekommen und behielt leger seine rustikale
braune Cordhose und gelben Pullover an. Als Geburtstagsessen gab es
Bayerische Festtagssuppe, gebratenen Saibling, Nudeln mit Trüffeln und
Kalbsfilet.

Was man nicht weiß: Erich Kiesl, 1960 mit 30 in die CSU eingetreten,
und die Nr. 709 von über 150 000 FC-Bayern-Mitgliedern, wollte
ursprünglich gar nicht OB werden. Er  war unter  Innenminister Bruno
Merck Staatssekretär und wünschte sich dessen Amt beerben zu können.
Da wurde er plötzlich auf dem Weg mit Ehefrau Edigna zu einem
Käfer-Dinner mit dem damaligen Mercedes-Statthalter Karl Dersch und
Frau Barbara, vom „Alten“ ins Büro bestellt. Franz Josef Strauß
verdonnerte Erich zur OB-Kandidatur, die er locker gegen Max von
Heckel gewann. Damit glückte FJS auch der zweite Schachzug , Raimund
Eberle als Münchner Oberbürgermeister zu verhindern.

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