Aufstand der Münchner Marktfrauen, die sich nicht länger an die Leine nehmen lassen. Im Mittelpunkt steht eine, zum Teil geschwärzte Liste über Gelder eines Werbetopfes, der von ihnen finanziert wird. Die meisten hatten sich aus Angst, den Stand zu verlieren, vorerst nicht zu Wort gemeldet.
MÜNCHEN - Wir sind nicht in Palermo, sondern in München und nicht auf der
Piazza Mercato di Capo, sondern auf dem an sich gemütlichen
Viktualienmarkt. Dort schwelt seit langem ein kalter Krieg zwischen
Markthändlern und ihrem obersten Controlletti, Rainer Hechinger, der
seit fünf Jahren für bisher nicht dagewesene Unruhe und seltsame
Gerechtigkeit sorgt.
Don Rainer war früher in München fürs Rotlicht zuständig und ist
heute „2. Werksleiter“, wie es im schönen Amtsdeutsch heißt, der
zweite Mann nach Kommunal-Referentin Gabriele Friderich. Heute
gipfelt der Aufstand der Münchner Marktfrauen, rund 100 an der Zahl,
in einer Versammlung um 19.30 Uhr im Historischen Festsaal im Alten
Rathaus. Da wird sich entscheiden: Offener Krieg oder
Schadensbegrenzung in letzter Minute
.
Behörden-Pate Hechinger, silberne Haare, Schnauzer, wird
höchstwahrscheinlich nicht persönlich erscheinen. Er hat sich gestern
nachmittag krank gemeldet. Der überraschende Schneefall belastet
manchen Gesundheitszustand. „Er ist in den nächsten Tagen nicht
erreichbar“, sagte gestern nachmittag seine Vorzimmerdame auf Anfrage
der AZ.. Rainer , der keine Götter neben sich gelten läßt, manchmal
auch nicht den OB, dem er aber schon Wünsche äußern lässt, wird also
ein serviler Vertreter an die Front treten. Im Vorfeld wurde auch
festgelegt, dass sämtliche Fragen mussten vorher schriftlich
eingereicht werden.
Im Mittelpunkt steht auch eine merkwürdige, zum Teil geschwärzte
Liste, auf der erstmals aufgeschlüsselt ist, was mit den
Werbe-Einnahmen in den letzten Jahren geschehen sei. Vorher gab es
noch nie einen Einblick. Die Standlbesitzer müssen nämlich pro Jahr
o,25 Prozent von ihrem Jahresumsatz als Werbekosten an
Markthallen-Mogul Hechinger abführen. Es wurde schon immer auf die
Offenlegung gepocht. Es gibt einen Stadtratsbeschluß, der besagt,
dass „im Benehmen mit dem Werbebeirat der Stand-Unternehmer die
Verwendung der Gelder erfolgt. Das fand bisher nicht statt. Aus Angst,
den Platz an der Viktualienmarkt-Sonne zu verlieren, ließ die meisten
Standlfrauen nicht offensiv werden. Sie kuschten lieber und blieben
still. Bis jetzt. Auf der erstmals vorgelegten Liste im wenig
professionellen Look stehen als Ausgaben große Beträge an einen
Organisator namens Ramadan ( er heißt wirklich so), der einmal,
am 3.7. 2008, 20 000 Euro und am 24.7.2008, 7700 Euro für „850 Jahre
München“ erhielt . Die „Einstudierung Tanz der Marktfrauen“ ist mit
2380 Euro verbucht, merkwürdig hoch. Um diese Choreographie werden
sich die Tanzlehrer in Zukunft reißen. Pro Jahr fließen rund 100 000 Euro in den Werbetopf, wo die Händler mit Recht wissen wollen, was mit “ihrem” Geld gemacht wird.
Ihre eigene Duftnote gegen die anscheinend willkürliche Obrigkeit
setzte die forsche Elke C. Fett, Besitzerin des Standls
„Duftschmankerl“. Beraten von ihrem Ex-Ehemann, einem Richter, zog sie
schon vor den Kadi und gewann prompt ihren Prozess. Sie klagte gegen
die unterschiedlichen Regularien bei der Behandlung von Ständen. Den
einen wurde gestattet, die Vorbauten gegen schlechte Witterung stehen
zu lassen, ihr wurde auferlegt, sie täglich abzubauen. „Das war ein
Unfug und unmenschlich, bei jedem Wetter die Sachen wegzuräumen“,
sagte Elke Fett. Die neuesten Attacken Hechingers sieht sie so:” Die
wollen uns auflösen und loshaben. Ich schaue mir das Ganze bei der Versammlung an. Läuft das nicht zu meiner Zufriedenheit, werde ich weiterklagen.”"
Dass es auf dem Viktualienmarkt nicht mit rechten Dingen zugeht, hat
auch schon Wiesnwirt Hanns-Werner Glöckle zu spüren bekommen, der
seinen Sekt-Salon auf dem Markt , den er 10 Jahre erfolgreich
betrieben hat, verlor. Der Vertrag wurde seiner Familie - weil die
Glöckles wahrscheinlich zu gut waren – wegen „Konzeptveränderung „
nicht mehr verlängert.




Ich kenne die Familie “Glöckle” seid vielen Jahren persönlich sehr gut und habe sie auch immer egal welches Lokal sie hatten immer gerne besucht, denn ohne Zweifel gehören sie zu den Wirten, die ihre Gäste egal woher die auch immer kommen, schätzen, sie werden vor allen Dingen vom Personal gut behandelt, was man von anderen Wirten nicht immer behaupten kann.
Steffi Glöckle (wird in kürze zum zweiten Mal stolze
Mutter eines Sohnes) übernahm vor 10 Jahren als jüngste und hübscheste Wirtin das Café Nymphenburg
und sie machte aus diesem kleinen lokal etwas ganz besonders, natürlich mit der Unterstützung von Elke
und H.Werner Glöckle.
Auch die Bedienungen sind seid Anfang an dabei und meine Frau und ich wurden so wie alle anderen Stamm(Gäste) bestens bedient.
Daher ist es schon sehr verwunderlich, dass diese Familie nun ganz plötzlich nicht mehr die Wirte am
Viktualienmarkt sein dürfen, die Begründung dafür,der Vertrag ist abgelaufen und wird einfach nicht mehr verlängert.
Bei meinen letzten Besuch habe ich auch mit Elke Glöckle gesprochen und ich kann ihre Verägerung für diese Entscheidung von der Sektfirma verstehen.
Natürlich gilt dies übrigens auch für die Stammgäste, die täglich am Stammstisch saßen, sie werden sich, wie sie mir sagten, ein neues Lokal in der Nähe suchen, das gilt natürlich auch für mich.
Zum Schluss sei die erlaubt,warum das ganze, denn die Stadt München insbesondere die uneinsichtigen Herren im Rathaus haben doch ganz schön Steuern eingenommen. Können sie es nicht ertragen, dass
Familie Glöckle so erfolgreich war,oder steckt da eventuell ein Neider dahinter, der sie ganz einfach los werden möchte?
Man darf gespannt sein, was die neuen Wirte ihren neuen Gästen zu nieten haben werden, damit das neue
Café Nymphenburg das wieder wird,was es bis zur Schließung ende März war.