Stefan Raab, Harald Schmidt und Co., Millionen-Verdiener mit eigenen Produktionen bei den Fernsehsendern, geben sich krankhaft zugeknöpft, wenn es um ihr Privatleben geht. Man kann ihnen helfen und einfach nicht mehr über sie berichten.
BERLIN/MÜNCHEN Götter sind sie keine, Stardust-Idole auch nicht, aber immerhin gute Bekannte aus der deutschen Mattscheiben-Szene. Es geht speziell um die Rührungsindustriellen des Fernsehens wie Stefan Raab, Harald Schmidt, Thomas Gottschalk, Günther Jauch, Michael Bully Herbig, Johannes B. Kerner und neuerdings auch Barbara Schöneberger. Sie waren jetzt während der Feiertage für die germanischen Wohnzimmer-Aktionäre wieder im Einsatz und haben eines gemeinsam: Sie verdienen ihr Geld, Millionen Euros, mit der Öffentlichkeit und verhalten sich ausgesucht artfremd beim Abschotten ihres Privatlebens. Es ist die dritte Dimension der Eitelkeit.
Das Geheim-Verhalten ist einzigartig im Showbusiness und absonderlich wie ein anderes deutsches Phänomen: Das Vertuschen der wahren Typen-Bezeichnung bei Mercedes-, BMW- und Audi-Modellen auf dem Kofferraum-Deckel. Dieser Eingriff beim Autohersteller, eine Verschleierung des Modells, ist weltweit einzigartig und bei Peugot, Cadillac, Fiat, Ferrari oder Rolls Royce völlig undenkbar. Ähnlich absurd muss man das Verhalten dieser Selbstdarsteller mit Geheimcode sehen, die ständig mit Anwälten um sich schlagen und dabei immer mehr die Pressefreiheit in Frage stellen und jeden Husten-Anfall außerhalb des Berufsfelds für Klagefähig erklären lassen.
Für ihr gesteigertes Schutzbedürfnis müssen in erster Linie ihre Kinder herhalten. Jedoch: Die Nachkommenschaft bei den Windsors, beim spanischen König Juan Carlos oder den Kennedys, bei den Monegassen, den Holländern oder beim amerikanischen Präsidenten, darf jeder sehen, sobald sie den Kreißsaal verlassen hat, obwohl sie weit gefährdeter wäre. Deren Babys bleiben nicht unsichtbar wie die eines Fernseh-Journalisten Harald Schmidt, der geradezu spießig sein Privatleben zuknöpft, in seinen Sendungen aber gar nicht zimperlich so manches intimes Schmankerl bekannter Mitmenschen und erstaunlich viel Lüsternheit vor laufender Kamera bei der Nabel-Behandlung von Olli Pochers schöner Ex Monika zum Besten gab. Für den patentierten Chefintellektuellen des deutschen Fernsehens gab es verbal schlichtere Zeiten, als er beispielsweise in Köln bei der Verleihung des “Tele-Star” als Moderator über die Runden holperte. Harald hat aber in der konkurrenzlosen TV-Welt seine Chance nützen können wie auch Thomas Gottschalk, dem das Glück beschert war, es mit keinen Gegner vom Schlage der früheren Strassenfeger-Showmaster wie Peter Frankenfeld, Joachim Kulenkampf oder Rudi Carell aufnehmen zu müssen. Völlig medienabstrus verhält sich der erfolgreiche Regisseur Michael “Bully” Herbig, der es nicht will, dass seine Frau oder seine Mutter fotografiert wird, so bei der jüngsten “Wickie”-Premiere in München. Mit seinem in München lebenden Vater, mindestens so ulkig wie er, möchte er überhaupt nichts zu tun haben. Das war alles anders, als er noch bescheiden in Trudering wohnte. Sein jetziges Haus in Straßlach, was ihm gegönnt sei, könnte von den Dimensionen her in Berverly Hills stehen.
So hermetisch abgeschlossen kann bei den sieben Privatwelt-Hütern das Leben auch wieder nicht sein, dass nicht alle VIP-Privilegien, die es hier zulande gibt, ausgelassen bleiben. Meist werden inzwischen die Sendungen von Protagonisten selbst produziert und das Product-Placement darf Urstände feiern. Stefan Raab hat sich bei “TV-Total” das Image als Metzger-Single erarbeitet, der nur einen lieb gewonnen haben muss, seinen trampeligen Assi Elton, der in jeder seiner Shows eingebaut wird, ob es passt oder nicht. Der TV-Zuschauer kann sich nicht wehren. Ihm ist es auch ziemlich egal, ob Barbara Schöneberger ein zweites oder ein drittes Mal geheiratet hat. Daß aber – anwaltschaftlich angedroht – der Name ihres neuesten Eheglücks beim Hochzeitsfest mit rund 250 Gästen nicht gedruckt werden darf, offenbahrt einen krankhaften Webfehler. Die dralle Barbara war früher bei jeder Fischdosen-Eröffnung, um in der Zeitung zu stehen und ließ kein noch so peinliches TV-Format aus, um das Rampenlicht zu pflegen. Bei einer Audi-Party in Kitzbühel musste die feine Gesellschaft einen prolligen Ausrutscher von Conferencieuse Schöneberger über sich ergehen lassen. Sie sagte zum Abschluss ihrer Ansage:” Jetzt ans Büfett, kommen sie, es ist alles umsonst”. Dem damaligen Vorstandsvorsitzenden Dr. Martin Winterkorn zog Eiseskälte über die Seele.
Das Privatleben dieser Sieben soll ihnen unbenommen bleiben. Mann kann sie sogar darin untersttzen, dass man nicht mehr über sie berichtet. Den Tipp gebe ich allen meinen Kollegen, die gesunden Journalismus pflegen.





Ach, Herr Graeter,
jetzt sulzen uns schon die öffentlich rechtlichen TV-Sender mit Promi-Schwachsinn allvorabendlich zu. Nennen Sie das gesunden Journalismus? Ich halte es für überflüssig und dümmlich machend. Halten Sie, so lange es geht, Ihr Fähnchen hoch als kleine radikale Minderheit und erfreuen Sie sich der Nostalgie. Aber ehrlich gesagt, Promis sind irgendwie out! Und je weniger über sie geschrieben wird, desto weniger werden sie verdienen und den Normalos die Köpfe zukleistern mit unwichtigen Informationen die keiner braucht – und das ist gut so! Ich weiss, es ist hart für Sie, aber es ist der Lauf der Dinge. Trotz all dieser Umstände wünsche ich Ihnen einen auskömmlichen Lebensherbst inmitten von vielen bunten Blättern!
Sehr richtig, Herr Graeter,
immerhin verdienen diese Leute ja ihr Geld damit, anderen die Maske vomKopf zu ziehen. Auch wenn ich Ihre Einschätzung der Leistungen Herrn Schmidts nich unbedingt teile, finde ich sein und auch das Verhalten der anderen erwähnten Fernseh-Promis gegenüber der Medien äusserst bigott. Gerade gelernte Journalisten wie Günther Jauch müssten doch einsehen, dass ihr Kopf nicht nur durch ihre TV-Präsenz die hohen Gagen einfährt.
Gottschalk, Schmidt, Raab, Pocher, Kerner etc. müssten sich Fragen zu den selben Themen stellen lassen, welche sie allabendlich vor Millionen ausweiden. Auch wenn sie aushäusig übernachten, sich mehren, besaufen oder Schneestürme durchwandern.
Und wenn Michael Herbig weder Mama noch Lebensabschnittsgefährtin gedruckt sehen möchte, dann soll er sie eben zu öffentlichen Auftritten nicht mitbringen. So einfach ist das.
Mit den besten Grüßen aus der Nachbarschaft,
Sundro Ganser
… es ist eine Sauerei wie schamlos hier mit unseren Fernsehgebühren umgegangen wird ! Diese Typen sind doch alle überschätzt und auch leicht austauschbar ! Wie in dieser geschlossenen Parallelwelt die verschiedenen Sender des Fernsehens mit den Gebühren der Zuschauer umgeht ist mehr als skandalös! Man sollte die Honorare dieser Herrschaften veröffentlichen und überhaupt den Geldverzehr von ARD und ZDF mehr öffentlich bekannt machen! Vielleicht wäre das ja eine Aufgabe für DICH, liebe Michael !