Festspiel-Zeit an der Salzach hat begonnen. Prinz Ernst August, Ben Becker oder ein Jesus von Oberammergau zählen zu den Hauptdarstellern beim Partyleben der Mozartstadt.
SALZBURG - Salzburgs neue Buhlschaft hat den Tiger im Tank. Die katzenäugige
Birgit Minichmayr, 33 Lenze, rote Haare ,Alabasterteint und
spaghettidünnen High Heels, verließ als letzte die „Jedermann“-Party
im paradiesischen Wirtsgarten der Traditionsgaststätte
„Krimpelstätter“, wo man an langen weißen Tischen, auf weißen Bänken,
im weißen Kies gefeiert hatte. Ein verstohlener Blick auf die Uhr
zeigte: Es war exakt dreiviertel sechs Uhr früh, als Birgit und ein
sehr lebhafter Tod namens Ben Becker den überaus geduldigen Wirt
Hannes Bachmann ins Bett schickten. Ben in kurzer Hirschlederner
mit Samtwams, Haferlschuhen und Sonnenbrille („Vom starken Schminken
brennen mir die Augen“), war trotz der großen Stoffverdrängung im Blut
noch immer gut drauf.
Das Fest für nicht Jedermann mit insgesamt 300 Gästen, begann um
Mitternacht. Mit sieben Zweispänner- Kutschen kam Regisseur Christian
Stückl, Chef des Münchner Volkstheaters und diesjähriger Kreateur
der „Oberammergauer Passionsspiele“ , mit seinem Ensemble vom
Domplatz . „Ich habe noch nichts gegessen, dafür vier Schachteln
Zigaretten geraucht“, sagte Stückl beim Aussteigen. Hinter ihm kam auch sein “Jesus” aus Oberammergau, Frederik Mayet.
„Jedermann“-Tielheld Nicholas Ofczarek entpuppte sich als großer
Spritzer. Er benötigte für das Anzapfen des Bierfasses drei Schläge.
Beim ersten verfehlte er den Hahn und schlug der Buhlschaft ihren
Bierkrug aus der Hand, der am Boden zerbrach. Beim zweiten Hieb
schoss das Bier in alle Himmelsrichtungen,aber beim dritten Mal
gelang es ihm, den Hahn zu versenken. Er und seine Partnerin Birgit,
mit der er am Burgtheater spielte, verstehen sich so gut, als hätte er
bei ihr schon mal die Nachttischlampe repariert.
Als Vorspeise gab es auf der Premieren-Party unter Linden Brezn mit
diversen Aufstrich und als Hauptgang einen köstlich schmeckenden
Jungschweinebraten , der vor Ort während einer zweieinhalbstündigen
Prozedur in einer Spezialkiste mit Oberhitze zubereitet worden war.
Als Dessert wurde eine Sünde aus der Wachau serviert – Marillenkuchen
vom Blech. An allen Tischen wurde die Jedermann-Aufführung 2010 mit
Lobeshymnen bedacht. In den ersten Reihen des Freilicht-Theaters am
Domplatz saßen neben Österreichs Präsident Heinz Fischer und
Bundeskanzler xxx prominente Kulturtanker wie Unternehmerin Renate
Thyssen (kam als letzte zur Premiere) mit Ehemann Ernst T. Henne ( die
silbernen Haare über dem Jackenkragen), Formel-1-Experte Niki Lauda
mit Frau Birigt (spendete ihm eine Niere und schenkte ihm die
Zwillinge Max und Mia), Kaberettist Jochen Busse, TV-Journalist Hans
Mahr mit Lebensgefährtin Katja Burkard, Bier-Senator Dieter Soltmann
(„Spaten“) und Frau Ursula, Regisseur und Kameramann Xaver
Schwarzenberger mit Lebensgefährtin Susanne ( posierte für die
Fotografen wie auf dem roten Teppich beim „Oscar“), und Star-Magier
Siegfried Fischbacher, der aus Las Vegas kam und sich gerade bei seiner
Famlie in Rosenheim aufhält. „Roy geht es gut. Es ist erstaunlich, wie
er alles wegstecken konnte.“, sagte der weltbekannte Entertainer, der
auf eine 45jährige US-Karriere zurückblicken kann und reich wurde.
Sigfried war das erste Mal bei den Salzburger Festspielen. Er trug
einen seidenen Maßanzug,war braungebrannt und guter Laune. Ein
kahlköpfiger Ordnungsmensch in Livree mit Hornbrille, der am mit
Kälberstricken und rotweißen Baumarkierungern abgegrrenzten Eingang
die Medien in Schach hielt und die Prominenten dirigierte, ließ sich
zu einer unqualifizierten Äußerung über das jugendliche
Erscheinungsbild des Weltstars hinreissen.
Prinz Ernst August von Hannover hatte auch seinen Auftritt, nicht bei
Jedermann und auch nicht für jedermann. Mit zwei hübschen
Gespielinnen,blond und dunkelhaarig, gefühlte Ende 30, und mit viel „hupfertem
Wasser“versorgt sowie drei Spezis kam er zum Mittagessen in den
„Goldenen Hirsch“. Der Lunch wurde zur never ending Story. Es war
so gemütlich, dass er sich mit Umweg in die kleine Bar bis nächsten
Morgen um fünf Uhr hinzog . Selig ließ sich der von Prinzessin
Caroline von Monaco getrennt lebende Welfenprinz in sein Jagd-Anwesen
in Grünau zurückchauffieren. Während der Festspielzeit wird er noch
öfters ein Gastspiel geben. Für „Dekor“ hat Ernst August vorgesorgt,
aber eine neue Favoritin ist noch nicht in sein Fadenkreuz gelangt.



