DEM GOLDEN GLOBE GING ES NASS REIN

Sumpfiger roter Teppich, George Clooney erlebte sein blaues Wunder  und Europa war mit zwei Trophäen dabei.

BEVERLY HILLS     Ausgerechnet bei der glanzvollen Vergabe des amerikanischen
Filmpreises „Golden Globe“ im „Beverly Hilton“-Hotel von Beverly
Hills, der als Stimmungsbarometer für den „Oscar“ (Nominations: 2.
Februar) gewertet wird, ging es Hollywood nass rein und der schöne
George Clooney, nicht so männlich wie Marcello Mastroianni, erlebte
sein blaues Wunder.

Es regnete in Strömen und der geballte Filmstar-Auftrieb versank in
einem sumpfigen roten Teppich. Die meisten VIP-Herren wie Harrison
Ford oder Paul McCartney , über 50 Weltstars waren da, agierten bei
der 67. und erstmals in 160 Länder live ausgestrahlten Verleihung
galant in einer ungeplanten Rolle  - als Schirmherren. Clooneys neuer
Streifen  „Up in the air“, mit sechs Nominierungen ins Rennen
gegangen, ging fast leer aus, nur fürs Drehbuch gab’s was. Er spielt
in dem zeitgemäßen Filmstoff  einen smarten, harten
Arbeitsplatz-Rationalisierer.

Es war  vorauszusehen, dass der 3-D-Kassenschlager „Avatar“ mit den
blauen Fantasy-Wesen abräumt. Regisseur James Cameron, der schon für
„Titanic“ einen Globe bekam, erhielt zwei neue Trophäen, den „Golden
Globe“-Spitzenpreis für den besten Film und eine Auszeichnung als
bester Regisseur. Bescheiden meinte  James  bei der Übergabe, dass ein
Preis eigentlich seiner Frau, Regisseurin Kathryn Bigelow zugestanden
wäre, von der er seit 17 Jahren freundlich geschieden ist.

Europa streifte der GG-Glanz auch ein bisschen.  Die prächtig
aussehende Sophia Loren, die mit Standing Ovations empfangen wurde und
am Tisch genussvoll Pralinen naschte, übergab dem in München geborenen
Regisseur Michael Haneke, mit seiner Frau Susie gekommen, den Preis
für den Schwarz-Weiß-Streifen „Das weiße Band“ . Er klagte noch über
Jetlag und flog gleich nach der Ehrung wieder nach Wien zurück. Der
österreichische Schauspieler Christoph Waltz wurde für seine Rolle in
dem Film „Inglorious Basterds“ mit Brad Pitt als bester
Nebendarsteller ausgezeichnet. Auf der Bühne nahm er gerührt den Preis entgegen, auf den Parties zeigte sich eher wortkarg,  wenn man ihn ansprach.

Neben Boxidol Mike Tyson gab sich Gouverneur Arnold Schwarzenegger die
Ehre und er lächelte bei der Dankesrede von Sandra Bullock, die vor
der Kamera ihre Familie in „Old Germany“ in deutscher Sprache
begrüßte: „Geht jetzt ins Bett und putzt schön die Zähne“. Die
entzückende Sandra war mit Mann Jesse James gekommen, wie auch Nicole
Kidman mit ihrem Mann Keith Urban. Die Vier sprühten synchron
Harmonie. Meryl Streep, die übrigens im neuen Film „Complicated“  Sex
in der herbstlichen Phase eines Menschen treffend verkörpert, konnte
sich über ihre siebte Globe-Trophäe freuen –  für die Rolle als
Starköchin Julia Child in der Komödie „Julie und Julia“ .  Keiner der
Preisträger durfte seinen „Globe“ mitnehmen.  Anders als beim „Oscar“
werden erst die Namen eingraviert und ihnen nachgeschickt.

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