Wo die Bayern feiern

Zum Bundesliga-Ende ließen sich Präsidium und Spieler des “FC Hollywood” sowie ein paar Ehrengäste in der Asia-Oase “Mangustin” mit einem Schlaraffenland-Büffet verwöhnen.

MÜNCHEN – Der Himmel über Thalkirchen strahlte weißblau und durch die Kastanien des neuen Restaurant-Gartens  wehte ein lauer Wind. Es war richtig angenehm zum  Draussensitzen. Stammgäste, Sushi-Fans und Sugar-Daddy mit  Neuerwerbung, gerade vom Zoo gekommen,  standen verdutzt vor der Asia-Oase „Mangostin“. Sie wollten  sich einen schönen Abend machen und wurden allesamt freundlich abgewiesen: “Geschlossene Gesellschaft“. Dahinter verbarg sich das best gehütete Geheimnis: Die  Bayern waren dort beim Feiern. Die  Finale-Party zum Ende der Bundesliga, bei der  „FC Hollywood“ leider nur zweiter Sieger wurde.     

Deshalb spielte sich alles etwas leiser, dafür feiner ab.  Angesichts des Schlaraffenland-Büffets lief jedem das Wasser im  Munde zusammen. Verteidiger Mark van Bommel tauchte dezent mehrfach mit neuem Teller auf und schwärmte in seinem Holland-Deutsch: “Das ist ja toll hier und viel besser, als wir auf dem Spielfeld “. Für jede  Nationalität  der 180 Gäste  hatten „Mangostin“-Chef Joseph Peter und  seine Mannen  Spezialitäten in Feinstqualiät serviert -  Pata Negra-Schinken aus Spanien, Terrine vom französischen Taschenkrebs, Zwerg-Langousten gefüllt mit Spargel, Tatar vom Tuna mit Rogen vom Fliegenden Fisch oder  Steak vom Kobe-Rind. Für Uli Hoeneß gab es noch eine Überraschung:  Ihm  wurden seine eigenen Howe-Bratwürste mit Kraut aufgetischt. Das belächelte verschmitzt Hauseigentümer Roland Kuffler, der trotz seines prall gefüllten Terminkalenders diesen Abend nicht versäumen wollte und scherzte mit Hoeneß.    

Um richtig feiern zu können, waren fast alle Spieler mit dem Taxi  gekommen. Nur Franck Ribery fuhr mit seinem Audi vor und schlüpfte  schon beim Reingehen lässig  aus seinem Jackett. Edel-Bayer Franz Beckenbauer erschien solo und durchquerte  händeschüttelnd (Beiräte, Spieler) und mit Bussi-Bussi (Spielerfrauen) die Stehcocktail-Gemeinde.  Uli Hoeneß und Karlheinz Rummenigge waren mit  ihren Frauen Susi und  Martina gekommen, Ex-MP Dr. Edmund Stoiber mit  Frau Karin. Als Letzter, was man sonst nur von Edi kennt, preschte  Beirat Helmut Markwort (Focus) ohne Damenflor an. Philipp Lahm kümmerte sich an dem Abend gleich um drei Grazien. Hoeneß hielt eine kurze Rede, sprach von der härtesten Saison und  einer Sekunden-Entscheidung im Flieger, Jupp Heinckes zu engagieren. Etwas “abseits”, also gar nicht bei Bayern-VIP’s des Abends saß der frühere Super-Stürmer Gerd Müller.     

Er strahlte, als ihm Sterne-Küchenkünstler Alfons Schuhbeck,  (kocht für die Bayern bei wichtigen Auswärtsspielen) später dazugekommen und ganz ungewohnt im Anzug, lässig auf die Schulter klopfte.  Als erster verabschiedete sich französisch der „Kaiser“, wogegen Hoeneß mit einem harten Kern bis halb drei Uhr früh durchhielt und zum Schluss in der Küche auftauchte, wo er dem Koch beim Brutzeln von 50 Spiegeleiern assistierte. Statt Blumen, so vornehm ist der FC Bayern, bekamen die Spielerfrauen und die anderen weiblichen Gäste eine Flasche Rosenwasser „Sence Argent“, ein bulgarisches, alkoholfreies Erfrischungsgetränk, das pro Flasche im Handel neun Euro kostet.   

Die ganze Nacht wurde spanischer Rotwein und italienischer Weißwein serviert, im Gegensatz zur Bestellung. Ursprünglich war der südafrikanische Rotwein „Shiraz Swartland“ von Danie Malan, ein besonders köstlicher Tropfen, geordert worden. Der Afrikabezug des Rebensafts war hinsichtlich der bevorstehenden Weltmeisterschaft gewünscht. Nicht aber der Name ,der auf dem Etikett in burenduitsch zu lesen war: „Allesverloren“. Mit so einem Unkbegriff wollte der FC Bayern nicht feiern und stornierte in letzter Minute den Rotwein

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