TOD DES TOGAL-TYCOONS

Günther Schmidt, der Karl Valentin unter den Fabrikanten, bekannt geworden durch seine Kopfschmerztabletten und Esasit, starb überraschend im Münchner Herz-Zentrum.


MÜNCHEN -  Wenn er gefragt wurde:“Fahren Sie Rolls Royce?“, antwortete er
immer:“Nein – zwei“. Der Münchner Tabletten-Tycoon Günther Schmidt,
dessen Pharma-Fabrik „Togal“ mitten  im feinen Bogenhausen steht,
hatte stets einen guten Spruch auf der Zunge –  er  war er ein Karl
Valentin mit Kohle., ein origineller, skuriler  Zeitgenosse, der auch
schon mal  mit ganzseitiger Anzeige in der  „Süddeutschen Zeitung” dem
Kanzler Helmut Kohl die Leviten las, obwohl er selbst  urkonservativ
war und CSU wählte.

In letzter Zeit lebte der   Herr mit dem Dali-Schnurrbart  in seinem
Domizil in Lugano und kam vor wenigen Tagen nach München, um  im
Herz-Zentrum  eine Irritation an der Herzklappe beheben zu lassen. Ein
als problemlos eingestufter   Routineeingriff  entwickelte sich
verhängnisvoll. Günther Schmidt starb überraschend in der Klinik.

Der millionenschwere Industrielle, in dessen
Kopfschmerztabletten-Imperium  bayrische Dackel mit ausgewiesenen
Verkehrsschildern im Firmengelände Vorfahrt haben, wurde 91 und hat
keine Erben. Seit 35 Jahren lebte er mit der ehemaligen
Lufthansa-VIP-Betreuerin  Doris Perlik zusammen und war mit Lager-Lord
Viktor „Pini“ Erdmann eng befreundet
.
Durch den Tod wurde Günther  Schmidt  immerhin von  seinen beruflichen Kopfschmerzen befreit und ihm blieb eine geschäftliche Schmach erspart. Einen Tag nach seinem Ableben begann nämlich  in München ein hässlicher Prozess wegen  einer feindlichen Übernahme seiner grandiosen Familien-Firma, wo am Eingang auf zwei großen  Portraits die Togal-Eigentümer gezeigt werden. „Der Gründer“,
Günthers Vater, und er der „Bewahrer“. Diese Aufgabe kann nun Günther nicht mehr erfüllen.

Ludwig und Linos hießen  die zwei Dackel von Schmidt. Hund Ludwig
segnete vor kurzem das Zeitliche. Deshalb war der stets lustig
aufgelegte Togal-Chef sehr traurig nach München gereist.

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