Eine Drei-Klassengesellschaft feierte den runden Geburtstag des bienenfleissigen Schönheits-Chirurgen in einem Oktoberfestzelt in Lindau. Fritz Wepper mimte Elvis Presley und sinnierte um halb zwei Uhr früh mit Anja Schütte auf dem Schoß übers Leben.
LINDAU - Es gibt Adabeis, die alles tun, um möglichst täglich in der Zeitung
zu stehen. Wenn sie dann als bunter Hund bekannt geworden sind,
sorgen sie sich plötzlich um ihre Sicherheit. So einer ist Werner
Mang nicht, glaube ich wenigstens. Deutschlands bekanntester
Körperschneider mit einem Professor. und zwei Doktortiteln vor dem
Familiennamen ist mir als bienenfleissiger Mediziner bekannt, ein
Workaholic der Fassaden-Verschönerung, der sich mutig dazu bekannte,
ein „Sechziger“ geworden zu sein. Bescheiden feierte seinen runden
Geburtstag mit einem eigenen Oktoberfest . Allerdings in Lindau.
Ich brachte das Opfer, ohne jemals unter seinem Messer gelegen zu
sein, an den Bodensee zu fahren. Auf einer mit Baustellen
gepflasterten Autobahn, die Mang fast täglich mit seinem samenweißen
Lambo durchbolzt, um seinen Verpflichtungen zwischen OP und PI
(Party-Intensivstation) pünktlich nachzukommen. In der Nacht zum
Freitag war der Lindauer Insel-Skalpteur Werner auf dem Festland des
schwäbischen Obstanbau-Gebiets der ungekrönte König. Rund 900 Gäste,
die er eingeladen hatte, huldigten ihm und befolgten die strikte
Kleiderordnung, Tracht. Nur der Ober-Scorpion Klaus Meine,
prominentester im Folklore-Gewühl, kombinierte seine Rockerlederhose
mit einem rustikalen Hemd. Am Mang‘schen Hof gab es eine Drei-
Klassen-Gesellschaft. Die Wichtigs, ganz vorne an der Bühne, die
Bodensee-Hautevolee dahinter, und gleich am Bierhallen-Eingang
rotwangige Gratulanten mit wedelnden Gutscheinen für Bier und Hendl .
Die Stimmung war riesig und Werner, der wie ein Box-Matador mit
Frau Sybille vorneweg einzog, feierte in den Geburtstag hinein. Im
Handumdrehen wars zwölf Uhr . Dank Ballermann- Entertainment.
Jürgen Drews war wieder mal aus dem Kornfeld gestiegen und brachte
die Hütte zum Kochen. Unten stand seine Atombusen-Frau Ramona, die
wegen ihres porennahen Dirndls sich das Atmen einteilen musste und
in Habachtstellung befand, dass nicht A-Hörnchen und B-Hörnchen das
Weite suchten. Nach Jürgen räumten nahtlos Roberto Blanco und
Bernie Paul ab die für die Ehre ihre Stimmen ertönen ließen. Fritz
Wepper, der, was ich gar nicht verstehen kann, ohne seine Frau viel
aufgedrehter ist, zog eine Elvis-Presley-Nummer ab und bekam gegen
halb zwei Uhr früh eine besonders individuelle Anerkennung von
Schauspielerin Anja Schütte. Sie saß auf seinem Schoß, rauchte eine
Zigarette und diskutierte mit dem „Cabaret“-Star über den Sinn des
Lebens. „Franzsikaner“-Chef Eddie Reinbold tauchte überraschend mit
seiner angetrauten Frau Claudia auf. Obwohl der Wiesn-Baron in
letzter Zeit mit Partnerforschung beschäftigt ist, demonstrierten die
beiden eine Eintracht, als hätten sie gerade einen neuen Biervertrag
unterschrieben. Natürlich war Werners bester Freund ,
Privatjet-Unternehmer Thomas Haffa mit seiner Frau Gaby gekommen. Er
blätterte interessiert im herumgereichten Lindauer „Wochenblatt“, das
Mangs Vorzüge en Detail heraus streicht: Mein Hubschrauber, meine
Yachten, meine Autos. Der Junior des Geburtstagskindes saß strahlend
am Tisch mit der entzückenden Lisa, Tochter der Dicounter-Erbin Karin
Holler.
Bei dem stürmischen Fest waren auch einige Herrschaften aus der
benachbarten Ortschaft Zech zu Gast, einem Dorf, das keinen Friedhof
hat. Man steht dort auf dem Standpunkt, dass ein anständiger Zecher im
Knast stirbt…




Wirklich treffender Beitrag, aber:
ist Lisa Fitz, die immerhin auch als – gute – Kabarettistin beim 60. Geburtstag von Werner Mang auf der Bühne aufgetreten ist, schon so “out”, dass sie hier nicht einmal mehr erwähnt wird?
Dicounter-Erbin Karin
Holler. Da sollte man sich mal fragen,
welcher Discounter das sein soll.
Lieber Herr Graeter haben Sie das mal
überprüft !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
hallo, Michael Graeter, seit Sie wieder in der AZ schreiben, kaufe ich sie nach langer Zeit wieder.
Es ist einfach herrlich, Ihre Berichte zu lesen, da können sich alle eine Scheibe abschneiden. Ihr unverwechselbarer Schreibstil ist einfach exelllent.
Weiter so, alles Gute Heidi Karpinski