Schwabings Schellingstrasse steht kopf. Der Regie-Cowboy, lange Zeit abseits in Hamburg, dreht seinen neuesten Film wieder in München. Ein Blick hinter die Kulissen. Klaus, der Entdecker hat wieder vier Film-Früchtchen von der Straße geholt, die wie Profis agieren.

Die Jungdarsteller Sina Hentschel, Indira Madison und Sheila Malek (v.l) mit Ihrem Regisseur Klaus Lemke
MÜNCHEN - Klaus Lemke wirbelt durch Schwabing. Nach zehnjährigem Seitensprung-Dasein in Hamburg ist er an den Tatort zurückgekehrt, wo der zeitlose Underground-Filmer schon immer mit Fiereks und Cleos seinen Spaß trieb. Klaus ist mittendrin bei den Dreharbeiten seines neuen Films „Schmutziger Süden“, der in Münchens Schellingstraße spielt. Die Location, bei der ich Lemke gestern traf ist das „Horses, Cars and Stars“, eine mit Graffiti überzogene Times Square-Klitsche, die sich wie eine Sternschnuppe in Schellingstraße verirrt hat.
Da beim Film viel getrickst und viel geschminkt wird, kann man augenzwinkernd darüber hinweg sehen, dass diese Straße nicht Schwabing ist. Der Bezirk heißt noch immer Maxvorstadt. Im Mittelpunkt der Lemke-Saga steht Sheila Malek, eine wirkliche Chirurgin der Universitätsklinik München, die auf Nikotinentzug die Fähigkeit entwickelt, allen per Gedankenübertragung einen Orgasmus verpassen zu können. Sie kann das so weit vorantreiben, dass manche gar nicht mehr aufstehen. „Allerdings“, so erklärt Klaus, „verliert die Dame die unheimliche Gabe in dem Augenblick, wenn sie sich verliebt.“
Lemke dreht den Film aus Wut, weil er keine Antwort auf die Frage wusste, warum er in München lebt und in Hamburg seit einem Jahrzehnt filmt. Über den eisgrauen Peps Kommer, einst Münchens Disco-König mit mehreren Etablissements gleichzeitig, sagt der Regisseur ein großes Wort. Er hat mit ihm sein Erstlingswerk „48 Stunden nach Acapulco“ gedreht. „Ohne ihn gäbe es den deutschen Film nicht“, sagt er und verdammt die Berufsjugendlichen dieser Branche, die nur Subventionsabstauber seien. „Die Fleischmanns, Bohms, Wenders und an der Spitze Alexander Kluge, haben die Szene kaputt gemacht. Weil das Publikum nicht in die Oberhausener Filme gegangen ist, hat es Kluge mit Steuermitteln bestraft und die Filmförderung auf den Weg gebracht. Jede Kreativität geht durch Filmförderung kaputt“, ärgert sich Lemke. Er fügt stolz hinzu, dass er der einzige in der Szene sei, der nicht gekauft ist.
Das Budget für „Schmutziger Süden“ ist eng, sehr eng und jeder Beteiligte erhält eine übersichtliche Gage: 50 Euro pro Drehtag. Als Kameramann fasziniert der kleine Portugiese Paulo da Silva, ein Seiteneinsteiger, der „Magie in den Händen“, der südländisches Timing und Tempo besitzt und nahezu unsichtbar ist. Er filmt mit einer kleinen „Sony“ unbemerkt , was der Natürlichkeit bei den Akteuren, die Lemke von der Straße geholt hat, zugute kommt. Den männlichen Hauptpart , ein Pete Doherty in schön, mimt der „Teenager“ , so wird Henning Gronkowski im Film genannt, um den drei Damen buhlen – eine blonde Barmaid Indira Madison mit „wahnsinnig dicken Ballermännern“ und in barocker Freizügigkeit ihren Sex in Einsatz bringt. Neben der Chirurgin ist Sina Henschel die dritte im Bunde, verwöhnte höhere Tochter, die sich ihre Lover durch ihren Vater per Bodybuilder vom „Leos“ ins Schlafzimmer bringen lässt. Schwarze XXL-Mülltüten mit Atmungslöchern aus der Kollektion „Baumarkt“ spielen eine wichtige Rolle. Mit solchen Tüten werden die Opfer entführt und solche Tüten dienen Sina als offenherziges Kleid, das danach ruft, herunter gerissen zu werden. Lemke: „Wer mag das nicht, seiner Geliebten das Kleid herunter zu reißen?“





Wie war das mit dem alten Wein? Chapeau, Klaus Lemke
hallo klaus, wolltest du mich nicht anrufen, wenn du loslegst? du eumel, …habe doch mit dir in der türkenstrasse alles fest gemacht. also ruf an! 0174-1917584 see u …..!