MÜNCHEN - Wenn’s nur zwei wissen, bleibt’s ein Geheimnis. Mit einer dritten
Person ist schon Gefahr im Verzug. Es gibt aber jede Menge pikanter
Geschichten und Geschichtchen, die unter die Leute müssen. Ich habe in
meinem Notizblock geblättert.
Angela Merkel: Seit der Wende hält sie dem märchenhaften„Waldhotel
Stein“ (im Firmenlogo ein Tannenbaum) die Treue, wenn sie nach
Bayreuth kommt. Regie in der geheimen Oase für namhafte Stammgäste wie
Vicco von Bülow, Klaus von Dohnany, Fürstin Gloria von Thurn und Taxis
oder Thomas Gottschalk führt die charmante Christa Stein. Die aus neun
Häusern bestehende Herberge mit Hallenbad, Restaurant und großem Park
schätzt die Kanzlerin besonders und sie bekommt immer dieselbe Suite.
Wie auch Sängerin Birgit Nilson, die die ländliche Idylle hautnah
erlebte. Als sie eines Tages aufwachte, blickte sie einer leibhaftigen
Kuh in die Augen, die einem Bauern entlaufen war und ihren Kopf zum
Fenster reinstreckte. Auch Angela Merkel ist in der perfekten Anlage
Ulkiges passiert: Ihr Doppelbett krachte aus unerklärlichen Gründen
zusammen. Soviel Leidenschaft aus der Berliner Chefetage hätte man
nicht möglich gehalten. Verletzungen gab es keine.
Wolfgang Fierek: Der handfeste Serien-Star genießt Familienanschluss
bei dem warmherzigen, in Salzburg lebenden Couple Ralf und Cora
Schumacher. Der Berufs-Bayer darf wie selbstverständlich Ralfs
Antik-Mercedes-Limousine fahren, so oft und so lange er will. Gern
cruist er mit dem auffälligen Wagen durch München. Als er vor ein paar
Jahren mit dem Motorrad verunglückte, war übrigens die blonde Cora aus
Willy Webers Gefilden die erste an seinem Krankenbett.
Norbert Lammert: Es bleibt ein großes Geheimnis, warum der
Bundestagspräsident, der zweite Mann im Staat, seinen Laden nicht ganz
so im Griff hat. Als oberster Kontrolletti müsste er, um dem
Steuerzahler zu gefallen, längst die Liste veröffentlichen vom großen
Shopping vor Ladenschluss. Es geht um die vielen Bestellungen jener
rund 200 ausgewechselten Bundestagabgeordneten, die sich schnell noch
ihre Pauschalen versilberten, ein Teeservice für die Oma sicherten
oder letzte Reisevorteile
.
Tina Hamann: die Ex-Frau des umtriebigen Bayern-Kicker Didi Hamann,
hat sich von ihrem Ersatzspieler gelöst. Der Herzbube war der smarte
Markus Höfl, seit 2003 persönlicher Berater des „Kaisers“. ‚Bei dem
prickelnden Umfeld von Franz Beckenbauer war die Ablenkung zu groß.
Höfl bewegt sich mittlerweile fast auf gleicher Linie mit seinem
Meister.
Harald Schmidt: Warum der mit der Öffentlichkeit Geld verdienende
TV-Schaffende privat keine Transparenz liebt, hängt vielleicht mit der
bürgerlichen Herkunft zusammen. Harald Franz Schmidt, wie er mit
vollem Namen heißt, ist ein Wahl-Schwabe, wurde in Neu Ulm geboren
und wuchs in Nürtingen auf und war als Bub bei den katholischen
Pfadfindern, wo ihm sicher der schwäbische Akzent geläufig wurde. Vor
kurzem überzeugte der bärtige Showmaster im Fernsehen lingual sein
Publikum, als er der schönen Monika Ivancan, Ex-Freundin von Oliver
Pocher, mit spitzer Zunge Brausepulver aus ihrem Bauchnabel naschte.
Er holte sich ein öffentliches Lob ein: „Ich wusste gar nicht, dass
Sie so gut lecken können“, sagte die in der Sendung vor ihm liegende
Schöne. Was allerdings Vergleichshinweise mit Ex Oli offenbart.
In Schmidts unmittelbarer Nachbarschaft lebte Ex-Post-Big Boss Klaus Zumwinkel, der
damals spektakulär in aller Herrgottsfrüh mit zwei silbernen
Mercedes-Limousinen von einer Staatsanwältin abgeholt wurde, die sich
wegen des TV-Aufgebots bei Sonnenaufgang einen Friseur kommen ließ.
Der gläubige Harald geht in die Kirche, fährt einen alten Jaguar. Sein Schwiegervater, wenn er denn mit
Lebensfährtin Ellen Hansch verheiratet wäre, ist der bekannte
Sportreporter mit der tiefen Stimme, Werner Hansch. Sein letztes
Gastspiel auf Wolfgang Rademanns „Traumschiff“ als Ballett-Regisseur
war Schmidt-unwürdig. Harald hatte 1981 beim Augsburger Stadttheater
seine Karriere in Lessings „Nathan der Weise“ begonnen. Sein
Bühnendebüt bestand aus einem Satz: „Nur hier herein.“
Philipp Lahm: Dem Starkicker kann man, wie auch Leonardo die
Caprio, zum Geburtstag am 11.11. gratulieren und zu seinem exzellenten
SZ-Interview. Meinungsfreiheit muss auch für einen Fußballer des „FC
Hollywood“ drin sein. Es klingt merkwürdig, dass es sich beim
Management des FC Bayern um ein Richterkollegium handelt, das
Geldstrafen verhängen kann. Die Strafgelder in fünfstellige Höhe
werden Peanuts für Philipp sein, der sich in Bogenhausen für ca. 3
Millionen eine Eigentumswohnung zulegte.
Prof. Dr. Hubert Burda: Auf Defilierfahrt befand sich der Großverleger Burda
in der eleganten Münchner Shoppingmeile Maximilianstraße. Er saß im
Fond seines dunklen „Audi 8“, der hell beleuchtet war und blickte von
der im Schritttempo fahrenden Limousine jovial aus dem Fenster und
beobachtete das rege Treiben der Damenwelt im Einkaufsfieber bei
Armani, Chanel, Dolce & Gabbana und Gucci. Es sah aus, als ob ein
König einen Stadtbesuch macht.
Brigitte Bardot: die vom lieben Gott besonders perfekt geschaffene Eva
saß im Hotel „Agua Dulce“ im spanischen Almeria, wo eine zeitlang die
Spaghetti-Western gedreht wurden, am Pokertisch. Ihre Gegner waren der
gut im Futter stehende und in Rom lebende Schauspieler Peter Berling
und der damalige Jung-Regisseur Klaus Lemke. Es ging um 40 000 Mark
auf der einen Seite und um eine Filmrolle, die BB hätte annehmen
müssen. Berling, ein großer Spieler vor dem Herrn und in Casinos
gefürchtet, war sich seiner Sache sicher. Doch die Bardot setzte die
beiden Herren im Handumdrehen schachmatt und kassierte die 40 000. Als
kleines Entgegenkommen für den enttäuschten Lemke erschien sie für
eine Nacht in München und Klaus zog mit ihr in alle möglichen Discos.
„Keiner erkannte sie, jeder dachte zwar, die sieht aus wie die BB,
aber alle hielten das für unwahrscheinlich“, erinnert sich Lemke und
zeigt ein Beweisfoto mit BB auf dem Münchner Flughafen.
Collin Kolles/Michael Egger: In der Münchner Frauenstraße, die sich am
Münchner Viktualienmarkt vorbeiwindet, staunen die Nachbarn über die
zwei Motorfreaks, die an ihrer Hausfassade das Firmenschild „Future
Com. „ angebracht haben. Der eine ist Zahnarzt und Rennstallchef in
der Formel 1, sein Partner, sein Partner Egger arbeitet als Caterer und
betreibt mehrerer Lokale in München und ist mit Roman Rummenigge
geschäftlich verbandelt. In der zweistöckigen, nur mit Lift zu
erreichenden Tiefgarage parken die teuersten Autos der Welt,
angefangen von zwei SLR-Mercedes über zwei Bentleys, schwarz und weiß,
bis zu Ferraris und Aston Martins. Dort muss eine Goldader am Sprudeln
sein.
Tita Thyssen: Das erste Kleidungsstück des Menschen war sicher das
Fell. Wären unserer Vorfahren erfroren, würde sich das Problem der
Spraydosen-Rebellen nicht stellen. Natürlich dürfen Tiere nicht wegen
einer Bekleidungssparte gequält oder ausgerottet werden, aber es gibt
Zuchttiere, die von jeher dafür da sind, dem Menschen Nahrung oder
Schutzstoffe zu liefern. Alle echten Ladies, aber auch solche, die
sich dafür halten, ficht die heuchlerische Anti-Pelz-Hysterie nicht
an. Baronin Carmen (Tita) Thyssen öffnete für ein spanisches Magazin
ihren Schrank mit den schönsten Fellmänteln der Welt – Tiger,
Silberfuchs, Ozelot und gefärbter Breitschwanz. Weil ich einmal zu
einer Party in Madrid die schöne Prinzessin Gabriele von Leiningen
mitgebracht hatte, lud die Witwe von Stahlbaron Heini von Thyssen,
mich und Fotografin Sabine Brauer für das nächste Fest in Lugano aus.
Stefan Raab: Der „TV Total“-Anchorman hat einen gesunden Erwerbssinn
und praktiziert mit Freude die dritte Dimension der Eitelkeit. Er
versucht sich, wie Kollege Harald Schmidt, permanent der Szene zu
entziehen, mit der er seinen Lebensunterhalt bestreitet. Das mag in
erster Linie an Köln liegen, wo er in einer schmucken 1,8
Millionen-Villa wohnt. In München wäre das gehorsame Vertuschen eines
Vielfernsehschaffenden undenkbar. Stefan pflegt ein trautes
Bratkartoffelverhältnis mit Freundin Nike, mit der er zwei Töchter
hat. Es muss auf der anderen Seite wahre Liebe sein, mit welcher
Permanenz der „TV Total“-Gastgeber den wehrlosen Zuschauer mit seinem
trampeligen, talentfreien Spezi Elton (nicht zu verwechseln mit Elton
John) in jeder Sendung bedroht. Stefan macht gern Urlaub in Griechenland,
wo ihm auf Kreta ein Katamaran viel Freude bereitet. Da er auch ein
großer Kaufmann ist, wird sein Vermögen in dreistelliger Millionenhöhe
vermutet. Der Köln geborene Raab, der eine Schwester hat und dessen
Eltern eine Metzgerei in Köln-Sülz betrieben, legt Wert auf
Leibwächte sowie Chauffeur und feilscht bei Plattenverträgen.



