JACK NICHOLSON HAT HÖHEREN SPRITZWERT

Die Namhaften dieser Welt geben sich den Lifestyle-Freuden an der Cote d’ Azur hin, dem Paradies von Europa. Königin Silvia im Bikini, Kate Moss raucht Kette beim Sonnenbad, Formel-1-Pilot will seinen Bugatti verkaufen.


ST.TROPEZJack Nicholson hätte ja sein eigenes Meer in Kalifornien. Trotzdem fliegt
der Weltstar, dem ich mal vor langer Zeit München drei Tage und Nächte
mit allen Vorzügen zeigte, jedes Jahr  an das Konkurrenz-Gewässer an
der Cote d’Azur. Der Grund ist ganz einfach:  Am Strand von Santa
Monica oder Malibu ist der Hund begraben, außer man  besitzt dort eine
Villa. Es gibt dort keine Bade-Szene wie in St. Tropez,  vergeblich
sucht man nach Strand-Restaurants mit Liegestühlen und Sonnenschirmen
im Sand. Die einzigen Lifestyle-Hypes sind Turngeräte und der
grau-schwarze  Beton-Pfad für  Roller-Scater. Die strenge Costal
Commission  verweigert gastronomische Strand-Kultur.

Jack genießt den  Rummel von St. Tropez und spielt in den Ferien seine
Vaterrolle vorbildlich. Diesmal ist er mit seinen beiden jüngsten
Kindern, Lorraine (19) und Raymond (17) aus der Verbindung mit
Rebecca Broussard gekommen. Das grelle Licht  der Sonne am
Gold-Gestade Frankreichs offenbart  bei Jack schonungslos die etwas
überflüssigen Kilos, wenn gleich die Frauen ihn gern so haben. Er ist
mit seinen 72 Lenzen ein ganzer Kerl, ein weit größerer Terminator als
Arnold Schwarzenegger. Übermütig springt er ins Wasser und steht bei
diesen Übungen seinem Sohnemann in nichts nach.  Nur der Spritzwert
ist bei ihm höher.

Nicholson, der insgesamt fünf Kinder hat, nimmt die Vaterschaft bei
den jüngsten sehr ernst und teilt sich die Elternrolle mit der
wundervollen Mutter Rebecca. Obwohl  er das Leben  immer satt
auskostet, ist es für ihn wichtig, der sein Nachwuchs  die richtige
Identität findet.  Von Kindheit an, hat er ihnen vorgelesen, gibt
ihnen Ratschläge und führt die Kinder sanft  an Dinge heran, die sie
nicht so gern mögen, wie Oper und Ballett. Er  geht aber auch  mit den
Nicholson-Kids  zum Fußball,. Da muß er niemanden lange bitten.

Der durch viele Lokale aufgeteilte Strand von St.Trop ist im Moment
gespickt mit internationaler Prominenz. Der riesige Trubel zeigt,  wie
man sich  fern von jeder Krise  dem Urlaub hingibt, als sei es das
letzte Mal. Grotesk:  Die Preise  sind so hoch wie nie.
Wirtschaftsbosse, prominente Sportler, Künstler und Könige fallen
weit ab  vom  Konzern-Schreibtisch, vom Protokoll, von roten Teppichen
und Schloßmauern,  bei  ihren Badeauftritten gar nicht auf. Es wird,
wenn mans weiß, wie selbstverständlich hingenommen, wenn Carl Gustaf
eine königliche Dusche nimmt und Königin Silvia, die er uns aus
München wegstibitzt  hat,  an Bord seines Motorboots „Polaris“ im
Bikini ein Sonnenbad nimmt und gar nicht erkannt wird. Man staunt über
ihre gute Figur. Die Schweden-Monarchin hat die Haare streng nach
hinten zusammengebunden und trägt  eine große Sonnenbrille.

Gleich in der Nähe schauckelt das kleine  Schiff „Serenity“,  auf dem
die Laufsteg-Prinzessin Kate Moss und ihre Freundin , Sängerin Lilly
Allen die Sonne anbeten. Natürlich mit eisgekühltem Champagner und ein
paar entspannungssteigernden Zigarettchen. Gelegentlich raucht Kate
einen  Glimmstengel an und  Lilly pafft dann weiter bis zum Filter.
Männliche Gäste sind bisher in ihrer Nähe nicht gesichtet worden.
Einen Pit-Stop macht Rennfahrer Jenson Button mit seiner  Freundin
Jessica Michibata , der sich eine Yacht gechartert hat, im Restaurant
„55“.  Jenson, in gestreifter Badehose,   läßt im Moment ein bißchen
Bart stehen und  ist überraschend zaundünn, er könnte sich hinter
einem Laternenmast umziehen. Gesprächsweise läßt er durchblicken, dass
er seinen Edel-Renner „Bugatti Veyron“ verkaufen möchte. 900 000 Pfund
soll er schon bringen. Wenn Button hier in St. Tropez  keinen
Interessenten findet, wird er den Flitzer vorerst behalten müssen.

Im Rummel des vollbesetzten Lokals  geht selbst die Exotin Naomi
Campbell in einem schwarzen, sehr kurzen Trägerkleid der  Kollektion
„Feigenblatt“ fast unter, die mit ihrer Neuerwerbung  Vladimir
Doronin, Russe (sprich:Kleingeld) erschienen ist.  Mit einer Art
Go-Go- Tanz auf der Sitzbank machen sie dann auf sich aufmerksam.
Diese Art der Bekanntmachung führt  etwas später  zu einem
königlichen Shakehand  und einem königlichen  Smal Talk mit der
schönen Queen Rania von Jordanien, die derzeit attraktivste Lady der
ganzen Cote d’Azur.

Natürlich cruist auch Lady Ivana Trump vorbei,
eine der wenigen Frauen, die duch eine flotte Scheidung weltbekannt
geworden ist. Die Blondine, die Ende letzten Jahres ihrem vierten
Ehemann Rossano Rubicondi, 25 Jahre jünger als sie, den Wanderstab in
die Hand drückte, präsentiert  den aktuellen Kerl an ihrer Seite,
Antonio Zequila, 15 Jahre später als sie auf die Welt gekommen.

Der italienische Schauspieler  schwärmt vom  Dolce Vita mit Ivana und
der Leidenschaft, die die beiden Turteltauben füreinander empfinden.
Er muss seine Rolle gut spielen. Es gibt nur einen wunden Punkt: „Wir
schlafen in getrennten Zimmern, weil sie immer um neun aufsteht, um zu
arbeiten. Ich bin aber in den Ferien und möchte länger im Bett
bleiben“, gesteht er

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