Wiesnbaron Sepp Krätz wächst über sich hinaus. Jetzt fliegt er zum Hochzeiten sogar nach Rom und bringt Hendl per Helicopter nach Kitzbühel.
MÜNCHEN - So mancher Wiesnbaron wächst über sich hinaus. Der aus Augsburg
stammende Sepp Krätz, ein gelernter Metzger, der als Oktoberfestwirt
Karriere machte und in seinem „Hippodrom“ unbestrittener Dirigent der
deutschen Nebengesellschaft wurde, überrascht mit noch nicht
dagewesenen Auffälligkeiten. Hier ein paar Kostproben:
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SEGEN: Sein mehrfach angekündigter Hochzeitstermin mit Wirtstochter
Tina Fichtl steht nun endgültig fest. Engen Freunden verriet er, dass
der große Tag am 7. November stattfindet und entsprechend einmalig
zelebriert werden soll. So will Bräutigam Sepp sogar einen Airbus
chartern und mit Trauzeugen und Spezis nach Rom jetten. Aus dem
Vatikan verlautet aber, dass Benedikt XVI nicht zugegen sein kann.
Die Krätz’sche Hochzeitsgesellschaft will auch nicht in der Heiligen
Stadt übernachten, sondern am Abend wieder nach München zurückfliegen
und in einem Lokal wie dem Forsthaus Wörnbrunn weiterfeiern. Sepps
Ex-Frau Gaby ist ihm beim erneuten Trauen zuvorgekommen. Sie freite
Lebensgefährten Peter Kramheller auf der lebensfreudigen
Ausflugsinsel Mallorca – beide ganz in Weiß am Strand.
SPECIALSERVICE: Wenn Stammgast Jürgen Schrempp ruft, ist Sepp stets zu
Diensten. Zum Geburtstag des ausgemusterten
Daimler-Vorstandsvorsitzenden, der mit seiner
Freizeit-Dienstlimousine direkt vor dem Lokal „Andechser“ in der
Fußgängerzone parken darf, flog Krätz frische Oktoberfest-Hendl
nach Kitzbühel. Aber: Zur Wiesn-Abschiedsfete mit seinen 130 Obern
und Kellnerinnen vom „Hippodrom“, die von Montagnacht um zwei bis
acht Uhr früh im Restaurant „Salt“ die Gläser klingen ließen und mit
Gutscheinen vom Chef ausgestattet waren, kam er nicht. Sie warteten
vergebens, denn sie hätten gern mit dem Boss auf das gute Geschäft
einen getrunken.
SEELSORGER: Der gute Mensch Sepp überraschte als heimlicher
Wiesngeistlicher , als er Papa Joe, dem Vater des verstorbenen
Superstars Michael Jackson riet, lieber zu trauern, als in seinem Zelt
zu feiern. Ähnlich beriet er Angela Ermakowa, Boris Beckers farbigen
Umweg mit Folgen in London. Krätz empfand sie als Persona non Grata,
weil sie nur ins Zelt käme, um ihr Kind zu vermarkten, das wolle er
nicht.
SESAM ÖFFNE DICH: Bändchen, wie man sie eigentlich nur aus der
Taubenzählung kennt, sind out, Plastikkärtchen in. 85 Euro kosteten
die VIP-Karten „ohne Sitzplatz-Anspruch“, mit denen der „Promi“ ins
überfüllte Zelt eingelassen wurde. Im Weinzelt gab es ebenso ein
Status-Symbol zu kaufen. Da war es eine schwarze Plastikuhr mit
„Weinzelt-Logo“, für die man 135 Euro berappen musste und dadurch an
jedem Türsteher vorbeikam.



