Im Münchner Herzogpark, exklusivstes Wohnviertel Deutschlands, herrscht ein Kommen und Gehen der Reichen, Schönen und Sorglosen.
MÜNCHEN – Der Herzogpark, früher mal eine hundsnormale Wiese und Münchner Vorstadt mit In-Biergarten (heute: Tennisplätze Prüfling) und ein paar verstreuten kleinen Satteldach-Häuschen, so wie ich in einem rund 20 Jahre lebte, mausert sich zur Top-Gegend Deutschlands. Der Quadratmeterpreis bis zu 14 000 Euro sorgt dafür, dass nicht jeder hin kann.
Wer in dieses feine Viertel zieht, wo in der Nähe des Verwaltungshauses von Gunter Sachs in der Mauerkircherstrasse tatsächlich noch ein bisschen Park existiert, schaut nicht aufs Geld Abfindungskünstler Klaus Esser (Mannesmann und Ackermann-Freund), der sich eine 400-Quadratmeter-Bleibe für 6 Millionen Euro zugelegt oder Cola-Erbe Axel Pape, der für sein Penthouse in der Flemingstrasse, das früher mal „Franzsikaner“-Wirt Eddie Reinbold gehörte, circa 4 Millionen hingeeblättert hat. Zur Zeit herrscht im Herzogpark ein exklusives Bau-Fieber. Zudem findet ein Monopoly der Wirklichkeit statt – mit anderen Straßennamen. Lauter extravaganter Luxus. In diesen ausgedehnten Anwesen könnte man sich leicht verlieren. Es sieht aus, als habe jeder Anwohner im Lotto gewonnen, oder einen kolossalen Casino Jackpot geknackt. (http://www.casino.com/de/).,Den Würfel wirft, mit den besten Sahnestücken in der Hand, Immobilien-Freiherr Detlev von Wangenheim, inzwischen ein Markenzeichen im exklusivem Vermittlungsbusiness.
Wie am Stachus säumt kunterbuntes Bau-Dekor die drei Verkehrsadern, Pinzenauer-, Mauerkircher- und Flemingstrasse. Rechts und links stehen gelbe Baukräne Parade. Dazwischen rattern Lastwagen, rangieren Planierraupen und parken beladene Umzugswagen. Es wird in einer Emsigkeit gewerkelt, als werde es bald keine Ziegelsteine mehr geben. Leider wird sehr selten schön gebaut. Profitgerechte Häuserkunst ist angesagt.. Bereits existierende Prachthäuser fallen der Abrissbirne zum Opfer. Der sonst so scharfe Denkmalschutz scheint sich im Herzogpark die Augen verbunden zu haben. Das für 10 Millionen Euro verkaufte schmucke Palais von Discount-Erbin Karin Holler zum Beispiel, die in einen Stadthaus-Dreiteiler in derPinzenauerstrasse umgezogen ist, wollen die neuen Eigentümer dem Erdboden gleich machen. Eine schöne Villa, ganz in weiß, und einem Garten mit altem Baumbestand, besitzt in der Flemingstrasse der Münchner Star-HNO Prof. Dr. Eberhard („Ebes“) Wilmes (Schwabinger Krankenhaus). Im Haus daneben zieht Ex-Bertelsmann-Chef Gunter Thielen ein, der sich das 180 Quadratmeter große Dachgeschoss genommen hat. Unkostenbeitrag: 2 Millionen Euro.
Hier das Go und Come im Herzogpark im Telegrammstil: Schuhkönig Thomas Tretter ersteigerte für über 2 Millionen das Penthouse mit Schwimmbad von Finazkünstler Dr. Jürgen Schneider, die schöne Begum und ihre Mutter, die attraktive Unternehmerin Renate Thyssen, haben ihre Immobilien in der Flemingstrasse verkauft, wo ein paar Häuser weiter auch der Bayern-Spieler Willy Sagniol ausgezogen ist. Kollege Oli Kahn wohnt ein Seitensträßchen weiter in der Adalbert Stifterstrasse und der „Salamander“-Zulieferer Wolf, der eine hübsche Tochter Natascha hat, will seine Villa in der Mauerkircherstrasse für 8 Millionen Euro veräußern. Star-Kicker Luca Toni genießt bei den Wolfs Familienanschluss. Mit jeweils 1000 Quadratmeter Wohnfläche bauen sich, Versicherungsboss Dr. Helmut Röschinger und der junge Baulöwe Hubert Haupt zwei kapitale Eigenheime. Strumpf-Fabrikant Vatter hat seine Miami-Vice-Villa in der Mauerkircherstrasse an Willy Bogner verkauft und BMW-Großaktionärin Susanne Quandt, verheiratete Klatten, vermietet am Ende der Pinzenauerstrasse ihr Reihen-Eckhaus, in dem die „Miss Understatement“ mit ihrem Mann wohnte, ehe sie sich die Traumvilla in Schwabing zulegte.
In der Thomas Mann-Villa, einem der teuersten Häuser des Herzogparks, das geschätzt 20 Millionen Euro gekostet hat,lebt der Europa-Chef von Goldman-Sachs, Alexander Dibelius mit seiner Frau. Großhotelier Eckehart Streletzki („Estrell“, Berlin) hält sich den Luxus ein geschmackvolles Palais in der Pinzenauerstrasse sein Eigen zu nennen, das er aber nur zweimal im Jahr sieht. Fernseh-Unternehmer Kofler kaufte sich in der gleichen Strasse ein Baugrundstück, aber seit den Veränderungen seines Privatlebens, liegt es brach.
Gleich in der Nähe hat sich der jüngste Sohn des libyschen Revolutionsführer Gaddafi ein nagelneues Haus gekauft, das eigentlich Hypo-Real-Estate-Chef Funke für sich gedacht hatte, aber wohl aus optischen Gründen eine Rolle rückwärts machte. Am Ende der Mauerkircherstrasse steht die Traumvilla von Aufsichtsratsvorsitzendem Wolfgang Porsche. Man hört, dass er sie vermieten will und nach Österreich zieht. So schön das Anwesen auch ist, in den letzten Jahren hat der Sportwagenhersteller, inzwischen neu verliebt, darin wenig privates Glück fühlen können..




es ist schön zu wissen, daß es in bestimmten Lagen in Deutschland noch einen gesunden Immobilienmarkt gibt ….
Ist ja auch wirklich eine schöne Ecke
Und die Haupstrasse für den in Sylt so putzig genannten ‘inselgolf’ den Porsche Cayenne!
Hallo Herr Graeter, las im Spiegel das herrliche Interview (besonders lustig das Porsche-Zitat) und wollte Sie als München-Kenner fragen, was eigentlich aus dem legendären Lokal (in meiner Münchner Zeit, als ich dort malochte) Lenbachpalast geworden ist? Gibt es glaub ich nicht mehr, oder? was ist aus dem gebäude geworden?
grüße und dank
Benno
Und es ist schon zu wissen, daß Olli so etwas um 2:45 morgens in die Tasten haut