Irmgard Schörghuber fehlte bei der Beerdigung ihres Sohnes, der mit 47 Jahren an Herzversagen starb. Große Trauerfeier in München mit 900 namhaften Gästen in der St. Michael-Kirche.
MÜNCHEN – Das kann nur in schrecklich netten Familien passieren: Ohne die Mama am Grab trat Bräu- und Baulöwe Stefan Schörghuber seinen letzten Weg an. Mutter Irmgard war weder bei der Beerdigung im kleinen Kreis in Wackersberg, noch bei der großen Trauerfeierr in der St. Michael Kirche in München.
An seiner Ruhestätte versammelten sich nur seine Witwe Alexandra, genannt Sandy, Stefans schöne Schwester Arabella mit ihrem Mann Peter Pongratz sowie Großgastronom Roland Kuffler mit Frau Buick. Auch bei der großen Totenrfeier in der St. Michael-Kirche fehlte die Clan-Chefin, die immer schon für Überraschungen gut war. Längere Zeit hielt sich die Lady den vielseitigen, phantasiebegabten Zuckerbäcker Bodo Müller als Begleiter, eine seltsame, phantasiereiche Beziehung, die im Familien-Kreis zu Irritationen führte.
Ihr Fernbleiben führte zu Spekulationen im weit verbreiteten Freundeskreis. Unter den trauernden Wiesnwirten – ich sah im hinteren Bereich des Kirchenschiffs Sprecher Toni Roiderer ("Hackerzelt"), Willy Heide ("Bräurosl"), Eddie Reinbold ("Schützenzelt"), und Franz Inselkamer ("Armbrustschützenzelt") – kursierte die Vermutung, daß die Schörghuber-Mutter auf einer See-Reise mit der "Aida" unterwegs war und nicht rechtzeitig von Bord kommen konnte. Beim Schörghuber-Clan hielt sich überraschend bedeckt mit einer Auskunft. Ein Verwandter gab Gesundheitsprobleme an.
Den 900 Trauergästen fiel es im würdigen Gewühl nicht auf, daß die Mutter des früh verstorbenen Multiunternehmers gar nicht in Reihe 1 saß. Witwe Sandy Schörghuber hatte die Kirche von einem Seiteneingang betreten. Den Weg wählte auch Bayerns MP Horst Seehofer, mit neuem präsidialen Fuhrpark vorgefahren. Der Ministerpräsident stammt bekanntlich aus Ingolstadt und deshalb fährt jetzt der Bayern-Primus er einem gepanzerten"Audi A 8", stormgrew metallic. Nur der erste Wagen des aus drei Limousinen bestehenden Landesvater-Konvois war ein "BMW 7er", praktisch als Feigenblatt. Vorgänger Edmund Stoiber, der mit seiner Frau Karin ( im Nerzmantel) zur Feier kam, fuhr früher nur BMW. Das Ex-Präsidentenpaar wählte wie die meisten der schriftlich eingeladenen Gästen das Hauptportal, die sich in schwarzen langen Gewändern und Mänteln einen Weg durch den bunten Weihnachtstrubel in der Fußgängerzone bahnten. Die rothaarige Türsteherin am Kirchen-Eingang war etwas weltfremd. "FC Bayern-Chef Uli Hoeneß mußte sich ausweisen, während eine Stütze der Münchner Partyszene durch umständliches in den Taschen Kramen durchgewunken wurde. Leihwagen-Lady Regine Sixt war mit ihrem schwarzen Sturmhut, Modell trauerndes Sylt, den sie tief ins Gesicht gezogen hatte, fast nicht widerzuerkennen. Als Ex-CSU-Chef Huber auftauchte, wurden unter rund 1000 Zaungästen vor der Kirche Kommentare laut: "Der ist mutig. Die anderen von der Bayern LB haben sich schon in die Rente verzogen".



