Schöne Girls im Party-Dschungel von München

Popart-Künstler Josef Bauer versammelte im Münchner “Botanikum” viele interessante Gesichter. Einem Gast aus der Mal-Zunft wurde das Reizklima zu heiß und er joggte, während die anderen tanzten, 90 Runden um die 14 Treibhäuser.

MÜNCHEN – Wenn Musiker oder Maler feiern, lassen schöne Mädchen nicht auf sich warten. Bei den Leinwand-Künstlern fasziniert die Pinsel-Technik, bei den Melodien-Zauberern streichelt die Musik die empfindlichen Stellen des weiblichen Geschlechts. Noch ehe sie sich versehen, landen sie in der prickelndsten Gefühlsfalle.

So versammelte sich wieder eine Unzahl pflückbarer Girlies und erfahrener Amazonen in Münchens stadtneurotischem Dschungel “Botanikum”, in dem Großgärtner und Hausherr Heinrich Bunzel sät und erntet und  unter anderem von dort aus bundesweit die Spaghetti-Salon-Kette “Vapiano” mit Olivenbäumen versorgt. Sanft kontrolliert wird der sensible Gartenbau-Unternehmer von  seiner  zu Hause gebremst leidenschaftlichen Ehefrau Bettina und flankiert von der blonden, unternehmungslustigen Namensvetterin Bettina, der Busenfreundin der Grünzeug-First Lady.

Palmen-Al Capone Bunzel hat in seiner 10 000 Quadratmeter großen Treibhaus-Oase mit 14 Gewächshäusern einem Dutzend Künstlern, darunter dem Berliner Mauermaler Kiddy Citny, ein berufliches Spielfeld gegeben und stellt bereitwillig das “Palmenhaus” oder “Theaterhaus” für Party-Freuden zur Verfügung. Bei dem Wald- und Wiesen-Gelände hätte Meister-Regisseur Fellini seine Freude gehabt.  Die verfallenen und verrosteten Billboard-Buchstaben “BUNZEL MÜNCHEN-ROM” am Eingang erinnern an Filmdekos von “Julia und die Geister”. Zuletzt lud Pop-Art-Künstler Josef Bauer in das Multimedia-Gewächshaus ein, das aus aktuellem Anlaß  mit einem aufgeblasenen Weihnachtsmann bereichert wurde, zehn Meter groß und mit Heißluft zum Stehen gebracht. Stilvoll wie Künstler Bauer nun mal ist, ließ er einen standesgemäßen Caterer antreten, Stefan Marquard, der den wilden Küchen-Helden angehört und die Gäste verwöhnte.

Das schönste Fräuleinwunder der Nacht war ohne Zweifel Bea Grimm, die mal flüchtig Rod Stewart zwischen Tisch und Tür in “Kay’s Bistro” kennenlernte und seit zwei Jahrzehnten glücklich verheiratet als Mutter von Zwilligen in Amerika lebt. “Wegen meines Heimwehs nach München, hat mir mein Mann ein Haus am Wörthsee gekauft, einfach traumhaft”, sagte die blonde Bella. Ihre lasziven Ehestandsbewegungen auf der Tanzfläche kommentierte die Neuzeit-Messalina mit den Worten und einem verheißungsvollen Blick:” So was hat man, oder hat es nie”. Ein Münchner “Whiskas”-Großist und seine attraktive Frau erzählten von ihrer hübschen, 17-jährigen Tochter, die optisch mindestens so hübsch wie das derzeitige Werbeplakatgirl von “Lavazza”-Cafe  und nicht mit auf die Party gekommen sei, weil sie äußerst keusche Vorsätze kund getan habe. “Sie will als Jungfrau in die Ehe gehen, auf den richtigen warten und dann fünf Kinder haben”, sagte die stolze Mama. Hinter einigen Bambus-Stauden in der Nähe der ambulanten Küche diskutierte ein “Oscar”-Preisträger, der unerkannt bleiben wollte.

Ein Herr namens Roland Sturm verriet, daß er in Hongkong 25-Millionen-Euro-Yachten baut und der frühere Langzeit-DJ und heutige Maler Theo Crash (wegen seiner ungewöhnlichen Schlafgewohnheiten “Fledermaus” genannt) hielt das Reizklima nicht aus. Er drehte zur Entspannung 90 Runden um die Gewächshäuser – oder etwas mehr. Als er zurückkam  waren jedenfalls die meisten Schönen schon in die Nacht entschwunden.

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